fantastische Bücherwelt

von Büchern, Spleens & Listen

Zitate: Jane Urquhart - Im Strudel

Leere Paläste der Gotik und Renaissance trieben zu beiden Seiten an ihm vorüber wie fleckige rosarote Träume.

Sie führte Tagebuch, und in Verbindung mit ihrer Passion fürs Lesen hatte sich das Schreiben als ideales Mittel erwiesen, um unmittelbare Reaktionen aus der Distanz zu betrachten.

Es war eine Landschaft erbitterter Gegensätze. Ordnung auf der einen Seite, und dann, in Wassernähe, erhabenes geologisches Chaos.

David glaubt mir nicht, dass ich, selbst wenn ich den Strudel bei Wind und Regen nicht hören kann, seine Musik in der Luft spüre. Er behauptet, ich hätte zu viel Mr. Browning gelesen, und zitiert irgendeinen Unsinn über Engel, die am Rand des Strudels vergeblich mit den Flügeln schlagen. Ich hoffe inständig, das Davids Fähigkeiten als Historiker besser sind als seine Fähigkeiten als Literaturkritiker. Es sind Shelleys Flügelschläge, an die er denkt, nicht Brownings.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass meine liebe Zederngruppe alles daran setzt, kosmopolitisch zu wirken und ihrer italienischen Cousine, der Zypresse, zu ähneln, und das freut mich, da ich wahrscheinlich nie in den Genuss kommen werde, jenes märchenhafte Land zu bereisen. Vielleicht sollte ich den schottischen Kiefern von den Schirmtannen erzählen, und sie greifen den Vorschlag auf.

Was für ein herrlicher Ort! Wenn ich mich hier im Sitzen nach links beuge, kann ich durch die Bäume hindurch, selbst dort, wo sie voller Grün sind, ein gutes Stück vom Strudel sehen. Wie wunderbar, dort zu sitzen und Browning zu lesen..., sich ihm so nahe zu fühlen, als wäre er ein Freund, der gleich zum Tee vorbeikommt.

Er erinnerte sich an die flüssige Umhüllung, das Gefühl, am ganzen Körper liebkost zu werden. Nichts als Wasser und bestimmte Arten von Wind waren imstande, ihn so zu berühren, am ganzen Körper.

Anthologie: höhlische Geschichten

Am 15. Juli 2008 erscheint im WDS-Verlag die Anthologie höhlische Geschichten.

Kurzbeschreibung
Schon immer fasziniert uns das Unbekannte, das Dunkle geheimnisvolle Innere.
Welten von denen wir träumen und die doch manchmal so realistisch erscheinen.
Unendliche Tiefen, die Verborgenes niemals ans Licht gelangen lassen.
Geschichten und Gedichte die dies beschreiben.
Mythen, Sagen, Erlebtes? Wir wissen es nicht.

ISBN 978-3940360083
113 Seiten

Autoren
Christoph Marzi
Bernd Rosarius
Vera Klee
Monika Wilhelm
Heidemarie Rottermanner
Monika Dieck
Kerstin Neukirch
Regina Schleheck
Wendelin August Mayer
Markus G. Pärm
Patricia Koelle
Carolin Arden
Ira Garlic
Ulrich Burger

Auf die Anthologie bin ich natürlich wieder durch das Journal von Christoph Marzi gestoßen, sein Betrag dazu heißt "Der Geist in der Dunkelheit". Was sich schon mal vielversprechend anhört, wie ich finde...

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Lesestatistik 1. Halbjahr 2008

16 Bücher, 7.847 Seiten
ø 2,7 Bücher/Monat
ø 1.308 Seiten/Monat
ø 490 Seiten/Buch

6 Hörbücher, 2.190 Minuten
ø 1 Hörbuch/Monat
ø 365 Minuten/Monat
ø 365 Minuten/Hörbuch

Genre
72% Fantasy & Phantastik
9% Historische Romane
9% Sonstige Belletristik
5% Liebesromane
5% Fach- und Sachbücher

Originalsprache
45% Deutschsprachige Literatur
40% Angloamerikanische Literatur
5% Englische Literatur innerhalb Europas
5% Französische Literatur innerhalb Europas
5% Sonstige europäische Literatur

Erscheinungsjahr der Originalausgabe
36% 2001-2006
32% 2007-2008
27% 1951-2000
5% 1901-1950


Und im Vergleich zum 1. Halbjahr 2007 bedeutet das:

  • 8 Bücher und fast 900 Seiten weniger gelesen
  • dafür 3 Hörbücher und 1250 Min. mehr gehört
  • eine Steigerung meines Lieblingsgenres von 41 auf 72%

Zitate: Bernhard Hennen - Die Elfen

"Ich bin nicht dein Feind, Menschensohn." Er strich sich mit nachlässiger Geste das Haar aus dem Gesicht. "Mein Name ist Ollowain. Ich bin der Wächter der Shalyn Falah. Meine Königin hat mich beauftragt, dich das letzte Stück Weg zu ihrer Burg zu geleiten."

Mandred musterte den Mann abschätzend. Er bewegte sich mit der Gewandtheit einer Katze. Sonderlich stark sah er nicht aus. Und doch umgab ihn eine Aura der Selbstsicherheit, als wäre er der Held vieler Schlachten.

Der Menschensohn strich fast zärtlich über das Doppelblatt der Waffe und bewunderte die verschlungenen Elfenknoten, die es schmückten. "Schöne Arbeit." Mandred wandte sich zu seinem Sohn. "So sieht die Waffe eines Mannes aus." Er wollte sie Ollowain zurückgeben, doch dieser schüttelte nur den Kopf. "Ein Geschenk, Mandred. In der Welt der Menschen sollte man stets auf Ärger gefasst sein. Ich bin gespannt zu sehen, ob du mit der Axt besser kämpfst als mit dem Schwert."

Alfadas schien nur wenig von seinem Vater geerbt zu haben, außer vielleicht dessen Dickkopf, denn Alfadas weigerte sich auch nach drei Jahren noch, die Axt als die Königin aller Waffen anzuerkennen, was Ollowain sichtlich Vergnügen bereitete.

Ollowain war derjenige von ihnen, der die Pflicht, die ihnen auferlegt war, nie aus den Augen verlor.


Ollowain lachte auf. "Wie es scheint, schmilzt die Frühlingssonne den harten Eispanzer des Barbarenhäuptlings, und, o Wunder, darunter kommt ein Philosoph zum Vorschein."

Ollowain scherzte mit ein paar Bogenschützen und rief einem Troll etwas zu, das den Hünen grinsen ließ. Der Anführer der Elfen strahlte eine Zuversicht aus, als stünde völlig außer Zweifel, dass sie ihre Stellungen bis zum Abend halten würden.

Meine liebsten Bücherzitate

Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
Francis Bacon

Wenn du nicht all deine Bücher lesen kannst, dann nehme sie wenigstens zur Hand, streichle ein wenig über sie, schau' etwas hinein, lasse sie irgendwo auffallen und lese die ersten Sätze, auf die dein Auge fällt, stelle sie selbst auf's Bord zurück, ordne sie nach deinen Vorstellungen so, daß du wenigstens weißt, wo sie sind. Laß' sie deine Freunde sein; lasse sie auf alle Fälle deine Bekannten sein.
Winston Churchill

Ein Leben ohne Bücher ist wie eine Kindheit ohne Märchen, ist wie eine Jugend ohne Liebe, ist wie ein Alter ohne Frieden.
Carl Peter Fröhling

Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, daß man Flügel hat.
Helen Hayes

Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.
Hermann Hesse

Nur eines ist vergnüglicher als abends im Bett, vor dem Einschlafen, noch ein Buch zu lesen - und das ist morgens, statt aufzustehen, noch ein Stündchen im Bett zu lesen.
Rose Macaulay

Allein zu sein ist nicht schlecht, wenn man in der Gesellschaft von Büchern ist.
Christoph Marzi

Zu wissen, daß am Ende eines langen Tages ein gutes Buch auf einen wartet, macht den Tag fröhlicher.
Kathleen Norris

Blogparade: Shakespeare oder Dan Brown - wie viel Literatur steckt in Euch?

Diese Frage hat Lilly Berry in ihrer Blogparade gestellt und zum Mitmachen aufgerufen. Und da es um Bücher geht, musste ich mich einfach daran beteiligen. ;)

Gehört ihr noch zu der Kategorie Bücherwurm oder hat die Multimedia-Welt euch fest im Griff?

In erster Linie bin ich ein Bücherwurm, allerdings liebe ich auch Musik. Ohne beides könnte ich mir mein Leben nicht vorstellen, und sie behindern sich nicht einmal gegenseitig. Lesen ist etwas für meine freie Zeit - und die Musik begleitet mich beim Aufwachen, Ankommen und bei der Hausarbeit. DVDs finden sich bei mir auch, manchmal hat man einfach Lust auf einen guten Film...

Darf es also ein spannender Roman sein oder eher die abendliche Fernsehserie?

Definitiv der Roman, Fernsehserien reizen mich nicht besonders. Überhaupt schaue ich wenig TV, einige Shows und Dokus sind da die Ausnahme. Und natürlich Stefan Raab, da muss dann alles andere warten. :)

Herkömmliche Bücher, Ebooks oder Hörbücher?

Größtenteils Bücher - es fühlt sich doch einfach nur schön an, ein Buch in den Händen zu halten und das Papier zu spüren. In letzter Zeit kamen dann auch Hörbücher dazu, früher konnte ich mir das nie vorstellen. Aber es ist toll, wenn man Dinge wie Kochen, Bügeln, ... mit etwas schönem verbinden kann. Außerdem sind sie für mich Aufheiterer, wenn ich krank bin oder mich mal wieder Migräne plagt. Dann passiert es auch öfter, dass ich meine Mutter anrufe, und um eine Hörbuch-Leihgabe bitte.

Hardcover oder Taschenbuch?

Größtenteils Taschenbücher, sie sind nicht nur günstiger sondern nehmen auch weniger Platz im Regal weg. Hardcover sind bei mir meistens Leserunden-Bücher, manchmal aber auch Bände, die einfach nicht als Taschenbuch erscheinen. Und ganz selten, weil mir das Taschenbuch-Cover absolut nicht gefällt - das ist mir erst einmal passiert, bei "Die Hüterin von Avalon" (Marion Zimmer Bradley, Diana L. Paxson).

Bestseller oder Klassiker?

Beides, und auch nichts davon. Meinem Beuteschema ist das relativ egal - mich interessiert da vor allem der Inhalt und das Auftauchen bestimmter Reizwörter, und natürlich gibt es Lieblingsautoren, deren Neuerscheinungen dann meist ohne genauere Betrachtung zu mir finden.

Sachliteratur oder Belletristik?

Größtenteils Belletristik. Ich habe auch einige Sachbücher zu Themen, über die ich gerne mehr wissen möchte, aber scheinbar schaffe ich es nur selten auch mal eins zu beenden. Viele sind angelesen, aber neben einem belletristischem Buch ziehen sie dann doch den kürzeren... Einige Mythologie-Bücher und Bildbände lese ich stückchenweise, aber leider so ungeordnet, dass ich gar nicht sagen kann wie viel davon ich bereits kenne. Ein wenig chaotisch, obwohl ich sonst gar nicht der Typ dafür bin.

Seht ihr im guten, alten Schmöker eine Zukunft oder werden Bücher kommenden Generationen bald gänzlich fremd sein?

Ich finde es wichtig, dass Kinder auch zu Hause an Bücher herangeführt werden. Das fehlt leider öfter, da ist dann das Fernsehen oder der Gameboy die einfachere Variante. Allerdings kenne ich auch Familien, in denen gern gelesen wird - quer durch alle Altersgruppen. So etwas verbindet, und weckt vielleicht auch neue Lese-Interessen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich das Bücherregal meiner Mutter geplündert habe, als ich irgendwann mal etwas anderes lesen wollte - so bin ich auf Siedlerromane, Ägypten- und Chinabücher gestoßen.

Jedenfalls, um zurück zur Frage zu kommen, glaube ich an eine Zukunft mit Büchern. Was wäre das sonst für eine Welt? Oder wie Hermann Hesse schrieb: Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.
Es wird immer Leseratten geben, und diese geben ihre Bücherliebe ja auch jeden Tag weiter - so werden Bücher sowohl allgemein als auch speziell zum Thema, und nicht "totgeschwiegen". Und wenn ich an die vielen Situationen denke, in denen ich um Hilfe bei der Bücherwahl für die lieben Enkel gebeten wurde... Das ist doch ein gutes Zeichen! :)

Habt ihr literarische Vorbilder, Lieblingsautoren- oder -romanfiguren?

Literarische Vorbilder habe ich nicht, dafür aber viele Lieblingsautoren. Bernhard Hennen, Christoph Marzi, Juliet Marillier, Kate Forsyth, Sara Douglass, Marion Zimmer Bradley, Heide S. Göttner, Manda Scott, Patricia A. McKillip, Jane Austen - um nur einige zu nennen. :)

Und auch Lieblingsromanfiguren kann ich bieten, ich beschränke mich jetzt allerdings nur auf die, die mich noch länger begleitet haben - bzw. noch immer begleiten. An erster Stelle wären da mein ehrenvoller Lieblingself Ollowain (Bernhard Hennen) und ein mürrischer Alchemist mit einem genialen Humor namens Mortimer Wittgenstein (Christoph Marzi - Die uralte Metropole). Dann gibt es noch Mordred (Anja Thieme - Orkneys Söhne. Die Lebenserinnerungen des Mordred of Orkney) und natürlich Hagen/Hagan (Viola Alvarez - Die Nebel des Morgens, Stephan Grundy - Wodans Fluch).

Und was ist das letzte Buch, welches ihr gelesen habt bzw. was lest ihr zur Zeit?

Zuletzt ausgelesen habe ich "Die Herrin von Avalon" von Marion Zimmer Bradley, welches mich teilweise zwar berührt hat, aber leider auch über lange Strecken fast lieblos und ungewohnt charakterflach wirkte.
Momentan halte ich mich gleich in drei Büchern auf:
  • Diana L. Paxson - Tochter des Lichts
    (Haut mich nicht so vom Hocker, obwohl es sich gut lesen lässt - sie kann es aber eindeutig besser.)
  • Per Petterson - Pferde stehlen
    (So schön, die Naturbeschreibungen und die ruhige Art haben es mir besonders angetan.)
  • Jane Urquhart - Im Strudel
    (Auch in diesem Buch gibt es viele schöne Stellen, und eine der Hauptfiguren führt sogar ein Sommertagebuch, in dem auch ihre Gedanken zu Büchern einfließen.)

geburtstägliche Bücherausbeute...

Ich finde es immer wieder toll, wenn ich mir Bücher wünschen darf! Nach einem sehr bücherreichen Weihnachtsfest vor ein paar Jahren wollte mir meine Mutter dann erstmal keine mehr schenken, aber diesmal war alles anders - neben einer CD durfte ich bei Amazon für einen bestimmten Betrag etwas bestellen, auch Bücher. Und was soll ich sagen, irgendwie haben sich zwei Bücher gegen eine weitere CD durchgesetzt... ;)

Auf meinem SuB willkommen heißen darf ich:

  • Wolfgang und Heike Hohlbein - Midgard
    Den Hohlbeins stehe ich eher skeptisch gegenüber, aber die germanischen Götter reizten mich einfach zu sehr.
  • Manda Scott - Das Schwert der Keltin
    Der erste Teil hat mich sehr überzeugt - und wenn ich nicht ergebnislos auf den 4. Teil in der großformatigen Ausgabe gewartet hätte, wäre die Boudica-Reihe sicher schon komplett bei mir. Nun habe ich mich hier für die Neuauflage entschieden, damit wenigstens die letzten 3 Bände im Regal einheitlich aussehen.
Nachtrag! :) Dank eines Büchergutscheins meiner lieben Kolleginnen ist es noch ein Buch mehr geworden, und ich habe auch ein besonderes fernab von Fantasy oder historischen Welten gefunden:
  • Morten Ramsland - Hundsköpfe
    Es treibt mich damit wieder nach Norden, aber nicht weit - nur bis Dänemark. Es geht um eine Großmutter, die ihre Familie zum letzten mal um sich versammelt, um viele Geschichten und Geister der Vergangenheit...

James A. Sullivan - Der letzte Steinmagier

Erscheinungsjahr: 2008
ISBN: 9783899414288
Gelesen im Juni 2008

Chaos herrscht im Kaiserreich, nachdem in der Schlacht von Wuchao alle Steinmagier ums Leben gekommen sind. Alle, bis auf einen: Wurishi Yu, der von seinem Meister absichtlich zurückgelassen worden ist, um als letzter die Tradition und die Magie seiner Zunft zu bewahren. Und um eine Schuld zu begleichen. Denn einst wurde die Kaiserin von einem abtrünnigen Steinmagier in eine Statue verwandelt und nur ihre Erlösung kann die Finsternis, die seitdem über das Reich hereingebrochen ist, vertreiben. Mit dem Erbe seines Meisters, einer kostbaren Schriftrolle, macht sich Yu an die schier unlösbare Aufgabe, wird aber schon bald von dem machthungrigen Fürsten Dayku Quan verfolgt, der sich in den Besitz des Geheimnisses der ewigen Jugend bringen will. Doch dann erhält Yu unerwartet Hilfe...

Der Autor hat einen ungewöhnlichen Prolog gewählt, denn in ihm erfährt man bereits, dass die Hauptfigur überlebt. Manche mag das stören, mir hat es die Spannung beim Lesen nicht genommen – denn so konnte ich mich voll auf den Weg und die Gefährten konzentrieren, um die man sich ja immer noch Sorgen machen musste. Die asiatisch angehauchte Welt empfand ich als eine angenehme Abwechslung, sie war auch nicht zu speziell – so dass ich mich ohne große Asien-Kenntnisse leicht hineinversetzen konnte und mit den Namen keine Probleme hatte.

Neben der Begleichung der Schuld der Steinmagier spielt in diesem Roman Freundschaft eine große Rolle. Was als Zweckgemeinschaft auf Zeit begann, entwickelt sich schnell zu einer vertrauten Gruppe, die sogar noch weiblichen Zuwachs erhält. Das Zusammenfinden, der Aufbau von Vertrauen und Freundschaft gehört für mich zur positiven Grundstimmung dieses Buches. Aus einzelnen Figuren wird eine sich harmonisch ergänzende Einheit, jeder ist bereit viel für die Anderen zu wagen – und alle verfolgen ein großes Ziel.
Es gibt auch Zwischenkapitel, die aus der Sicht der anderen Gefährten geschrieben sind. Ich hatte dadurch den Eindruck, sie besser kennen zu lernen und zu erfahren, was sie persönlich ausmacht.

Das Konzept der Steinmagie erschien mir sehr durchdacht, es gab keine 08/15-Zauber sondern eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Nicht jeder Stein ist für alle Zauber geeignet, und es gibt auch kostbare, die nur für spezielle Zauber benutzt werden sollten. Mir hat vieles daran gefallen, beispielsweise dass jeder Zauber Magie verbraucht, sie beim Wirken vom Magier abzieht - ein Prinzip vom Geben und Nehmen. Besonders haben es mir auch die Beschreibungen des magischen Fühlen und Ertastens angetan, diese Szenen wirkten auf mich immer sehr feinfühlig und ich hatte oft passende Bilder dazu im Kopf (z.B. von einem hauchdünnen Spinnennetz oder einer weit verzweigten Baumwurzel).

Der Charakter der meisten Figuren ist klar angelegt, hier kommt es kaum zu drastischen Wendungen. Allerdings habe ich das auch nicht vermisst, denn dieses Wohlfühlbuch besaß oft mehr den Charakter eines lockeren Abenteuers, in dem meistens die Sonne schien und es nur wenige dunkle Momente gab. Es gab ausgelassene Momente, und auch ein Plätzchen für die ein oder andere romantische Szene. Das Ende fand ich sehr rund, man konnte sich noch in aller Ruhe von den lieb gewonnenen Personen verabschieden und erhielt einen Eindruck davon, in welche Richtung eine Fortsetzung gehen könnte.

Stephan Grundy - Wodans Fluch

Erscheinungsjahr: 1996
ISBN: 3596137632
Gelesen im Juni 2008

Als Fünfzehnjähriger kommt Hagan, der burgundische Königssohn, als Bündnisgeisel an Attilas Hof. In der Völkerwanderungszeit des 5. Jahrhunderts n. Chr. ist dieser Hof der Nabel der Welt. Die Herrscher kämpfen um Macht, Menschen und Magie. Götterglaube, Schamanismus und das erstarkende Christentum wetteifern um die Gläubigen. Der düstere einzelgängerische Hagan wird in diesen Strudel hineingerissen. Sein Schicksal ist es, der Beschützer einer großen Liebe zu werden...

Die erzählte Handlung spielt etwa zwischen 415 und 417 nach Christus. Hagan (Hagen von Tronje) wird als Friedgeisel an Attilas Hof geschickt, um den Frieden zwischen Burgundern und Hunnen zu bekunden. Dort wird er als eine Art Pflegesohn aufgenommen, lernt ihre Lebensart kennen und übt sich im Kampf, er erregt aber auch das Interesse des Gyula, dem Schamanen der Hunnen. So wird er sowohl kämpferisch als auch geistig ausgebildet - und erlernt so das Wissen, welches er später in Burgund benötigen wird.

Hagan dient den alten Göttern und da besonders Wodan, er kann seinem Glauben bei den Hunnen auch treu bleiben, da Attila keinen Gott verbietet. Die alte Religion nimmt in diesem Buch viel Platz ein, die Rituale und schamanischen Reisen werden detailliert beschrieben. Ich habe mich damit sehr wohl gefühlt, diese Momente hatten für mich immer etwas ganz besonderes.
Die Hauptfigur stand mir schnell nah, sie ist sehr tief und vielschichtig angelegt. Aber auch die anderen Personen gefielen mir, sie wirkten immer menschlich und lebensnah. Attila wird zum Beispiel nicht als blutrünstiger Hunne, sondern zerrissen zwischen dem Wunsch nach Macht und seiner Hilflosigkeit aufgrund einer nicht erwiderten Liebe dargestellt.

Hagan ist eher ein Einzelgänger, der treu zu seinen Prinzipien und Göttern steht. Dass er auch zu einer tiefen Freundschaft fähig ist, sieht man an seiner Beziehung zu Waldhari (Walter/Waltharius von Aquitanien). Bald verbindet sie trotz der großen Unterschiede etwas besonderes, das auch ihre unterschiedliche Religion nicht berühren kann - sie akzeptieren sich so, wie sie sind.

Dieses Buch ist eine Hommage an die alten Götter, die langsam aber stetig vom Christentum verdrängt werden. Es herrscht eine leicht melancholische Grundstimmung, und der Spannungsbogen ist zum Ende hin kaum noch auszuhalten. Es geht aber auch um die aussichtslos erscheinende Liebe zwischen Waldhari und Hildegund, die Hagan beschützt und ihn später zu einer Entscheidung zwingt.
Das Ende der Geschichte hat mich sehr traurig gemacht, aber auch bewegt. Nicht so sehr der bereits aus dem Nibelungenlied bekannte und hier nur kurz zusammengefasste Tod von Hagan, sondern Waldharis Gefühle und Gedanken über ihn.

Ich hätte ein kleines Glossar hilfreich gefunden, da viele Namen in einer leicht abgewandelten Form (zu der mir bekannten) auftauchten und ich manche Begriffe auch einfach nicht kannte. Es hat beispielsweise etwas gedauert, bis ich in der Danu die Donau erkannte...

Christoph Hardebusch - Sturmwelten

Erscheinungsjahr: 2008
ISBN: 9783453523852
Gelesen im Juni 2008

Seit erstmals Schiffe den gewaltigen Ozean überquerten, spricht ganz Corbane von der Sturmwelt: Ein Reich inmitten der Weltmeere, dessen Schätze, Magie und Gefahren einzigartig sind. Als der junge Adelige Jaquento auf einem Schiff anheuert, um die alte Welt hinter sich zu lassen, kennt er deshalb nur ein Ziel: Er will das legendäre Inselreich entdecken. Doch kaum dort angekommen, gerät Jaquento auf das Piratenschiff Todsünde, dessen charismatischer Kapitän Deguay ihn in eine ebenso faszinierende wie undurchsichtige Welt entführt.

Zur gleichen Zeit nimmt auch das Kriegsschiff Mantikor Kurs auf Sturmwelt-Gewässer. Für die junge Roxane ist es ihr erster Einsatz als Offizierin. Doch schon bald wird die Fahrt von den düsteren Launen des Kaptitäns überschattet, der alles daransetzt, ein mysteriöses schwarzes Schiff zu kapern.
Als schließlich sowohl die Freibeuter als auch die Marine vor der Küste der Sklaveninsel Hequia auf ihre Beute treffen, muss Jaquento eine Entscheidung treffen, von der nicht nur das Schicksal der Inseln abhängt...

Ein Fantasyroman vor nautischem Hintergrund war für mich etwas komplett neues. Ich liebe zwar das Meer, bin in Bezug auf Abenteuerromane aber ein fast unbeschriebenes Blatt. Deshalb war ich auch positiv überrascht, dass ich beim Lesen so wenig Verständnisprobleme hatte – und die meisten davon wurden vom Glossar beantwortet, welches auch viele schiffstechnische Begriffe erläutert. Mir entgingen natürlich Anspielungen auf marinehistorische Bücher, diese waren aber für die Geschichte an sich nicht wichtig, sondern eher ein zusätzlicher Reiz für Kenner.

Der mysteriöse Prolog hat mich fasziniert und kam mir während des Lesens immer wieder in den Sinn. Ich suchte nach möglichen Verbindungen, dadurch sind aber nur noch mehr Fragen entstanden. Überhaupt wurden viele Fragen und Andeutungen in diesem ersten Teil nicht aufgelöst, was die Spannung auf die Folgebände natürlich umso größer macht. Das lässt mich aber nicht unbefriedigt zurück, da man regelmäßig mit neuen Infos angefüttert wurde.

Der Zugang zu den Figuren fiel mir leicht, auch wenn dieser nicht so tief war, wie ich es mir gewünscht hätte. Vielleicht liegt das auch daran, dass es einfach so viele interessante Personen gibt, die in 4 Erzählsträngen aufeinander treffen. Einige Charaktere blieben meinem ersten Eindruck treu, manche veränderten sich aber auch. Und bei einigen schlummert noch ihre Vergangenheit im Dunkeln, die hoffentlich in den Folgebänden erzählt werden wird. Über manche meiner Lieblingsfiguren wurde (im Vergleich zu anderen) nicht allzu viel geschrieben - und ich bin immer wieder angetan davon, wenn man schon mit wenigen Sätzen eine besondere Verbindung oder Anziehungskraft schaffen kann.

Die Sturmwelten sind sehr abwechslungsreich - es gibt düstere aber auch humorvolle Szenen, verschiedene Handlungsorte und einige Überraschungen, mit denen ich nie gerechnet hätte. Die gelungenen Beschreibungen der Umgebung haben mir oft tolles Kopfkino beschert, ich konnte zum Beispiel auch das Meer riechen und den Wind spüren.
Neben den Unterschieden zwischen der Marine und den Piraten ging es für mich in diesem Buch auch um Träume, Freiheit und Freundschaft. Außerdem war ich damit beschäftigt, mich in das Magiesystem einzudenken (und mich zu fragen, welches Prinzip dahinter stecken mag) und die vielen Geheimnisse nicht aus den Augen zu verlieren.

Marion Zimmer Bradley - Die Wälder von Albion (Avalon 4)

Erscheinungsjahr: 1993
ISBN: 3596127483
Gelesen im Mai 2008

Eilan stammt aus einer Familie einflussreicher britonischer Druiden. Eines Tages stößt sie im Wald auf einen jungen Mann, der beim Sturz in eine Fallgrube schwer verletzt wurde. Ihre Familie nimmt ihn zu sich, um ihn wieder gesund zu pflegen. Was sie nicht ahnen: Er ist Römer. Und bald kommt es, wie es kommen muss: Eilan und der junge Römer, Gaius, verlieben sich unsterblich ineinander. Doch eine solche Beziehung zwischen einer Britonin und einem Spross der römischen Besatzer wird weder von seiner noch von ihrer Familie akzeptiert. So kommt es, dass Eilan sich den Priesterinnen von Vernemeton anschließt und Gaius sich den Wünschen seines Vaters gemäß um seine Karriere kümmert. Doch natürlich können sie einander nicht so einfach vergessen...

Durch die detaillierten und liebevollen Beschreibungen hatte ich einen guten Zugang zu den Figuren, und konnte mir auch die Schauplätze leicht vorstellen. Einfach schönes Kopfkino, zum Beispiel der Kräuterraum: da waren nicht nur die verschiedensten Kräuter, ich hatte auch einen erdig-kräuterigen Duft in der Nase. Gut gefallen haben mir auch die Visionen und Träume. Sie waren individuell, nicht nach irgendeinem 0815-Schema gestrickt - und konnten sowohl Warnung als auch Prüfung sein.

Die Figuren empfand ich als lebendig und sehr menschlich. Mit all ihren Stärken und Schwächen zeigten sie viele Emotionen, egal wie gebildet oder reich diese waren. In der oft leicht melancholischen Stimmung war ich froh, auch auf echte Freundschaft und Verbundenheit zu stoßen - so gab es auch immer Anlass zur Hoffnung. Denn bei der Machtgier der Druiden, die in Rom ein großes Vorbild sahen, gab es auch mal trostlose Momente. Zusätzlich wurde man durch den unsicheren Frieden mit Rom hin- und hergerissen - ich hatte das Gefühl, dass jederzeit etwas passieren könnte, und als Auslöser ein Hauch genügt. Mein Herz war bei den Priesterinnen, und da besonders bei Caillean und Eilan, aber ich habe auch gern die Beschreibungen der römischen Welt und Gaius Gedanken gelesen.

Da ich das chronologisch vorhergehende Buch (Die Hüterin von Avalon) kurz zuvor gelesen hatte, waren mir gewisse Dinge noch sehr präsent. Nicht nur die Figuren von Lhiannon und Ardanos, die natürlich nicht schon immer Hohepriesterin und Erzdruide waren - sondern auch ein besseres Verständnis dafür, wie es dazu kam, dass die Priesterinnen wie die Vestalinnen Roms leben müssen.
Es gab auch wieder Verbindungen zu "Das Licht von Atlantis" und eine Anspielung auf die Insel Avalon, die im Nebel verborgen liegt. Das gefällt mir sehr und ist für mich so etwas wie ein Sahnehäubchen an dieser Reihe (auch wenn ich wohl eine der wenigen bin, für die "Die Nebel von Avalon" nicht das Highlight sind).

Charlotte Lyne - Die Glocken von Vineta

Erscheinungsjahr: 2007
ISBN: 9783442367160
Gelesen im Mai 2008

Vineta im 12. Jahrhundert: die Perle der Ostsee - eine stolze, reiche Stadt voller Gegensätze. Hier wachsen die Zwillinge Warti und Bole auf, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der eine das Glück gepachtet zu haben scheint, hat der "ewige Zweite" ein schwereres Los gezogen. Nach einer verheerenden Sturmflut, die Bole um Hab und Gut bringt, heuert er als Spitzel für den verfeindeten dänischen Hof an...

Der ein wenig altmodisch wirkende aber trotzdem flüssig zu lesende Schreibstil passt für mich perfekt zu diesem Buch - er ist dem historischen Rahmen angepasst, ohne dabei holprig oder gestellt zu wirken. Ich habe mich schnell daran gewöhnt, fühlte mich damit sehr wohl und habe es als eine zusätzliche Bereicherung der Atmosphäre empfunden.
Der Prolog wirft einen direkt in die Geschichte, vielleicht ist man durch die Ereignisse erst einmal sprachlos – auf jeden Fall will man aber wissen, wie es der kleinen Natalia weiter ergeht, und ob sie ihrem Leben nicht doch etwas Glück abtrotzen kann.

Es tauchen sehr unterschiedliche, eigene Figuren auf - mit all ihren Fehlern, Differenzen, Vorurteilen und Emotionen wirken sie auch sehr echt auf mich. Leider konnte ich diese vielen Gefühle beim Lesen nicht spüren, obwohl sie doch so wichtig für die Geschichte sind. Zu den meisten Personen hatte ich keinen guten Zugang, sie wirkten irgendwie etwas unnahbar auf mich. Ich fühlte mich wie ein Beobachter fernab vom Geschehen, der das ganze zwar interessiert verfolgt, aber eben keine Bindung zu den Figuren hat. Vielleicht wäre mir das leichter gefallen, wenn ich etwas mehr über die Gedanken erfahren hätte...

Vineta hat mich da viel mehr beschäftigt, diese stolze und schöne Stadt, die dem Untergang geweiht ist. Ein Platz, an dem viele verschiedene Religionen friedlich nebeneinander existieren können. Bunt und fröhlich, wie ihre multikulturellen Bewohner – und lebensbejahend wie die heidnischen Feste. Bei einigen Personen spürt man auch die starke Bindung an diese Stadt, eine besondere Zuneigung - ihr Leben, das sie erfüllt und erdet.

Vineta versucht, neutral zu bleiben, kann sich der Auseinandersetzung zwischen Heiden und Christen, dem Kampf um Glaube und Macht, aber nicht langfristig entziehen. Je näher der Untergang kommt, desto beklemmender wirkt die Atmosphäre. Alles rückt irgendwie näher zusammen, es gibt Auseinandersetzungen und die ein oder andere Erkenntnis. Das Ende fand ich sehr gelungen, trotz der Tragik hält es fast so etwas wie ein Happy End bereit.
Gut gefallen hat mir auch der leicht mystische Touch der Geschichte durch die Einbindung der slawischen Mythen. Möglicherweise empfinden das einige als nicht “historisch” genug, aber für mich gehört dieses zum Glauben der Leute dazu. Außerdem verleiht es dem Buch auch etwas spezielles, und – beim Perun! - konnte ich mein Wissen mal wieder etwas vergrößern.

Die Nibelungen

Der Romanzyklus "Die Nibelungen" entstand nach einer Idee von Kai Meyer und umfasst folgende Bände:

  • Kai Meyer - Der Rabengott
  • Alexander Nix (Kai Meyer) - Das Drachenlied
  • Jana Held - Die Flammenfrau
  • Bernhard Hennen - Das Nachtvolk
  • Jörg Kastner - Das Runenschwert
  • Alexander Nix (Kai Meyer) - Die Hexenkönigin
  • Jana Held - Das Zauberband
  • Bernhard Hennen - Der Ketzerfürst
  • Alexander Nix (Kai Meyer) - Der Zwergenkrieg

Diese Reihe ist keine Nacherzählung des weltberühmten Nibelungenliedes. Jeder Roman erzählt eine Geschichte um einen Helden des Epos, die Romane lassen sich allerdings in die Chronologie des Liedes einordnen:

  • Die Flammenfrau
  • Der Rabengott
  • Hagen kommt nach Worms und beginnt seinen Aufstieg zum Berater
  • Das Runenschwert
  • Siegfried tötet Nibelung und Schilbung. Er stiehlt Alberich die Tarnkappe.
  • Siegfried erschlägt den Drachen.
  • Das Zauberband
  • Das Drachenlied
  • Der Zwergenkrieg
  • König Dankrat von Burgund stirbt. Gunther besteigt den Thron.
  • Die Hexenkönigin
  • Das Nachtvolk
  • Der Ketzerfürst
  • Siegfried kommt nach Worms.
  • Die Helden reisen nach Island und kämpfen um Brunhilds Hand.
  • Siegfried heiratet Kriemhild, Gunther vermählt sich mit Brunhild.
  • Hagen tötet Siegfried und versenkt den Nibelungenhort im Rhein.
  • Kriemhild heiratet den Hunnenkönig Etzel.
  • Die Burgunden folgen Kriemhilds Einladung zur Hunnenburg.
  • Kriemhild lässt die Burgunden von den Hunnen ermorden.

Diana L. Paxson, Marion Zimmer Bradley - Die Hüterin von Avalon (Avalon 3)

Erscheinungsjahr: 2007
ISBN: 9783453290204
Gelesen im April 2008


Britannien im Jahr 43 n. Chr.: Die Römer besetzen das Inselreich. Das heilige Wissen der Kelten und Druiden und damit die jahrhundertealte Kultur Avalons drohen verloren zu gehen. Die junge Priesterin Lhiannon und Prinzessin Boudicca begegnen sich auf der heiligen Insel Mona, wo sie sich in die Mysterien der Göttinnen vertiefen. Dort werden sie zu innigen Freundinnen, ihre Wege trennen sich jedoch wieder. Während Boudicca sich für den Weg einer Königin entscheidet, wird Lhiannon mit anderen Druiden ausgeschickt, um Caratac im Kampf gegen die Römer zu unterstützen.

Da man ja nur schlechtes über dieses Buch hört, hatte ich schon etwas Bedenken bezüglich der Qualität der Geschichte. Mich hat sie jedoch sehr positiv überrascht, auch wenn sie natürlich etwas anders als die anderen Avalon-Romane ist. Es geht eben nicht um Avalon, wie es der Titel und der Buchrückentext vermuten lassen. Lhiannon und Boudicca erzählen abwechselnd - von Ereignissen, Schicksalen, Entscheidungen und ihren Gefühlen. Dabei gibt es auch immer wieder Momente, in denen man die starke Verbundenheit zwischen ihnen fühlt.

In der zweiten Hälfte wird der Fokus jedoch mehr auf Boudicca gelegt. Ich hätte zwar gern mehr über Lhiannons Zeit in Eriu (Irland) gelesen - aber die Ereignisse, die Boudicca von einer friedlichen zu einer kriegerischen Königin werden lassen, benötigen ihren Platz. Dabei öffnet sie sich auch der Göttin, die schon früher einmal durch sie gesprochen hat: Cathubodva, der Herrin der Raben und Göttin der Schlacht. Die Beschreibungen der Anwesenheit dieser Göttin in Boudiccas Geist gefielen mir gut, ihre Rücksichtslosigkeit aber auch Weisheit.

Die Rahmenbedingungen von Boudiccas Aufstand gegen die Römer sind historisch belegt, man weiß also schon vorher, dass sie scheitern werden. Die "Lücken" wurden jedoch mit viel Leben gefüllt, ich konnte leicht mit den Figuren mitfiebern und mitleiden. Die Götter geben dem ganzen noch eine zusätzliche Note, was mir auch am Schluss gut gefallen hat.

Bernhard Hennen - Die Albenmark (Elfenritter 2)

Erscheinungsjahr: 2008
ISBN: 9783453523425
Gelesen im April 2008

Gishild, die letzte Prinzessin des Fjordlands, wurde als Kind von den Ordensrittern der Tjuredkirche entführt. Gut bewacht wird sie auf der Ordensburg von Valloncour zur Novizin ausgebildet, um einmal als Kriegerin gegen ihre heidnische Heimat ins Feld zu ziehen. Tapfer widersetzt sie sich den Lehren der Ordensritter - bis es einem von ihnen gelingt, ihr Vertrauen und auch ihr Herz zu gewinnen: Luc, ein Novize aus armen Verhältnissen, der über besondere Kräfte verfügt und alles dafür tun würde, um ein Ritter zu werden.

Der Hauptteil der Geschichte dreht sich um Gishild und Luc - ihre Gedanken und Gefühle, Prüfungen und Unterschiede. Gishilds Zerrissenheit kann man förmlich spüren, sie muss erkennen das Pflicht und Wunsch nicht unbedingt übereinstimmen. Man kann auch gut verfolgen, wie ihr Panzer mit der Zeit Risse bekommt. Sie entwickelt Sympathien für einige Personen, auch wenn sie sich sagt, dass das ihre Feinde sind. Einsamkeit ist ein nicht zu unterschätzender Gegner, ebenso die Verführungskünste des Ordens.

Man erfährt auch, was den Orden im allgemeinen und einzelne Personen im besonderen antreibt. Sie bekommen kein Schild "Achtung, böse!" verpasst, sondern wir bekommen die Möglichkeit, uns auch in diese Figuren hineinzuversetzen. Es gibt liebenswerte und menschliche Eigenschaften, aber ebenso Intrigen und Verblendung - und natürlich den Glauben an Tjured. Ich muss sie nicht mögen, kann sie nun aber vielleicht ein wenig besser verstehen.

In der zweiten Hälfte gibt es auch wieder mehr Elfen-Kapitel, und genau diese reißen mich emotional immer am meisten mit. Ich habe zu ihnen und speziell zu einigen Figuren durch die vorhergehenden Bücher einfach eine so starke (wenn nicht fast schon ungesunde) Bindung aufgebaut, dass ich da einfach nicht aus meiner Haut kann.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger - welchen ich persönlich aber nicht ganz so schlimm fand, da einige Dinge noch offen sind und man spekulieren kann.


Herzlich Willkommen in meiner fantastischen Bücherwelt - ich freue mich, dass du den Weg hierher gefunden hast, und hoffe, dass es dir hier gefällt.

Auf meinem Lesetisch stapeln sich:
Susanne Gerdom - Elbenzorn
Yasmine Galenorn - Die Hexe
Tolkiens Geschöpfe

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Über mich

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Als lesende Weltenwandlerin bewege ich mich bevorzugt in fantastischen und historischen Welten. Ich bin eher der emotionale Leser und mag es, wenn ich in Figuren so richtig eintauchen kann. Manche bleiben dann noch etwas länger bei mir oder entwickeln sich gar zu dauerhaften Gästen.

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