fantastische Bücherwelt

von Büchern, Spleens & Listen

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Nina Blazon - Der Kuss der Russalka

Erscheinungsjahr: 2005
Gelesen im August 2009

Russland, 1706. Strahlend soll sich Zar Peters Traum von Sankt Petersburg erheben. Auch Johannes verdingt sich beim Bau der neuen Stadt. Doch als die Fluten der Newa eine rätselhafte Schöne freigeben, schlittert er in ein düsteres Komplott: Was ist gegen den Zaren im Gange? Und war die Schöne eine Russalka, eine Flussnixe? Als Johannes ihr wieder begegnet, wird die Suche nach der Wahrheit zum Wettlauf um Leben und Tod...

Diese Geschichte handelt vom Aufbau St. Petersburg, dem sogenannten "Tor zu Europa", das dem Schlamm der Newa erst noch abgetrotzt werden muss. Für die Realisierung seiner Pläne holte Zar Peter viele Ausländer ins Land, welche bei den Einheimischen allerdings nicht gern gesehen wurden. Daher geht es hier auch um Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile und verschiedene Kulturen.

Das Buch hat mich durch die liebevoll gezeichneten Figuren schnell gefesselt, und auch der für mich ungewohnte Handlungsort trug dazu bei. Diese ganz eigene Atmosphäre mit vielen eingewobenen Informationshappen und die Beschreibung der zwischenmenschlichen Beziehungen hatten mich schnell überzeugt. Alles wirkte sehr realistisch, aber manchmal eben auch märchenhaft und mystisch.

Die gegensätzliche Darstellung der Russalka, einem nixenähnlichen slawischen Naturgeist, hat mir sehr gut gefallen. Sie wirkt in manchen Szenen schön und menschlich, kann im nächsten Moment aber auch zu einem gefährlichen und fremden Wesen werden. Unberechenbar, geheimnisvoll - und durch die Geschichte und das Schicksal ihres Volkes auch tragisch.


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Erster Satz
Johannes hatte sich an die Wölfe und Winterstürme gewöhnt, an die Kühle der Sommernächte, an den Sumpf und an die Rohheit, mit der die Leibeigenen und die schwedischen Kriegsgefangenen zur Arbeit angetrieben wurden.

Joan Wolf - Tochter der Kelten

Erscheinungsjahr: 1989
Gelesen im September 2009

England, 555 nach Christi: Der Friede zwischen Kelten und Angelsachsen, das Lebenswerk König Arthurs, droht zu zerbrechen. Auf dem grausamen Kriegszug der Sachsen wird die keltische Prinzessin Niniane gefangengenommen und an den Hof des Sachsenkönigs Cynric gebracht. Hier wächst sie gemeinsam mit Prinz Ceawlin, dem illegitimen Sohn des Königs, auf.
Die intrigante Königin setzt alles daran, Ceawlin aus dem Weg zu räumen, um den Thron für ihren Sohn Edwin zu sichern. Aber mit der schönen Niniane an seiner Seite gelingt Ceawlin der Aufstieg zum mächtigen Herrscher über ein England, in dem alle Stämme geeint sind.

Das Buch und ich, wir hatten keinen guten Anfang. Durch den Titel hatte ich "heidnische" Kelten erwartet, stattdessen waren diese bereits christianisiert und sahen sich selbst als "Briten". Daran musste ich mich erst gewöhnen, vor allem mit der christlichen Sicht hatte ich so meine Schwierigkeiten.
Der Original-Titel "Born of the Sun" passt viel besser, besonders in Verbindung mit dem Zitat von Stephen Spender am Anfang der Geschichte:

Nahe dem Schnee, nahe der Sonne, in den höchsten Regionen, sieh, wie diese Namen vom wehenden Gras gefeiert werden, von den Streifen der weißen Wolken und dem Flüstern des Windes im lauschenden Himmel.
Die Namen derer, die in ihrem Leben für das Leben kämpften, die in ihren Herzen das Zentrum des Feuers trugen.
Im Zeichen der Sonne geboren, reisten sie eine kurze Zeit der Sonne entgegen, und hinterließen der kraftvollen Luft die Erinnerung an ihre Ehre.
Ich habe schnell in die Geschichte hineingefunden, Niniane war mir sympathisch und die gezeichnete Welt konnte mich überzeugen. Der fesselnde Schreibstil und die Neugier auf die weiteren Entwicklungen sorgten dafür, dass ich das Buch nur ungern zur Seite legte.

Allerdings gefiel es mir zu Beginn am besten, denn mit jeder weiteren Seite wurde klarer, dass mich ein paar Dinge störten. Den unterschiedlichen Kulturen und Religionen wurde nur sehr wenig Platz gegönnt, es ging primär um Intrigen und Feinde. Und dann die Figuren, sie wirkten auf mich oft oberflächlich und fast schon lieblos gezeichnet. Dabei gab es da durchaus Potential, vor allem denke ich da an meine tragische Lieblingsfigur Sigurd. Und Emotionen? Bis auf wenige Ausnahmen Fehlanzeige, selbst die "große" Liebe zwischen Niniane und Ceawlin erschien mir sehr einseitig und daher schwer nachvollziehbar.

Der Harfner sang ein Lied über den Tod von König Arthur.

Ulrich Drees - Das Spiel des Asen

Erscheinungsjahr: 2009
Gelesen im August 2009

Auerochsen durchstreifen die Wälder Südniedersachsens. Im Spreewald und in Berlin machen slawische Fabelwesen Jagd auf Zuhälter. Uralte Geheimbünde versuchen, die himmlischen Heerscharen auf den Plan zu rufen. Anzeichen für einen aufkommenden Sturm ...

Drei sehr unterschiedliche Männer geraten in den Mittelpunkt dieser Entwicklungen:
Ronny von Freiseneck, von Beruf Sohn und Lebenskünstler, der sich plötzlich in einer ebenso faszinierenden wie tödlichen Parallelgesellsch
aft zurechtfinden muß.
Thor Bronski, Berliner Privatdetektiv, der eigentlich nur einen weiteren Adelssproß in den Schoß seiner Familie zurückbringen wollte, sich aber unerwartet mit einem Magier anlegen muß.
Hermann Braun, Oberst einer Bundeswehr-Spezialeinheit und Mitglied des Deutschen Ordens, der nie damit gerechnet hätte, einmal keinem Geringeren als einem Gott entgegentreten zu müssen.

Sie alle sind Teil eines Spiels, das im Konstantinopel der Kreuzfahrer seinen Anfang nimmt – und dessen geheimnisvolle Drahtzieher bes
chlossen haben, es in den ersten Tagen des neuen Millenniums zu Ende zu bringen ... so oder so.

Jedes Kapitel beginnt mit einem passenden Auszug aus den verschiedensten Quellen (Zeitung, Buch, Internet oder Akte). Danach kommt der Ase zu Wort, den man durch seine Gedankengänge im Verlauf der Geschichte besser kennenlernt. Und erst dann schreitet die Handlung voran, was meine Geduld manchmal schon arg strapaziert hat - allerdings war ich auch immer neugierig, welche Informationen uns wohl als nächstes erwarten.

Die drei Hauptfiguren Ronny von Freiseneck, Hermann Braun und Thor Bronski werden unabhängig voneinander detailliert eingeführt. Man fragt sich, ob und wo es Verbindungen zwischen ihnen gibt. Diese enthüllen sich mit der Zeit, anfangs konzentrieren sich die Schilderungen aber hauptsächlich auf die einzelnen Charaktere.
Zu Beginn hatte ich ein wenig Probleme mit der zeitlichen Einordnung der Ereignisse - aber irgendwann wurde auch mir klar, dass sie nicht linear erzählt werden und es auch den einen oder anderen Hinweis darauf gibt.

Wir treffen auf Wesen aus der nordischen, slawischen und irischen Mythologie, die auf mich sehr real wirkten. Das Rätseln, um welche Figur es sich jeweils handelt, hat mir sehr viel Spaß bereitet und auch zum intensiven Lesegenuss beigetragen. Es wäre sicher hilfreich vor allem von der nordischen Mythologie schon einmal grob etwas gehört zu haben, ansonsten könnten die vielen Andeutungen verwirren.
Gut gefallen hat mir auch die Darstellung des Äthers und die esoterische Note, die das Buch durch Leo und ihre Tante erhalten hat.

Einige Dinge wurden nicht aufgelöst oder zu Ende erzählt, aber der Schluss hinterlässt bei mir trotzdem einen runden Eindruck. Und, wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann ja doch eine lose Fortsetzung? Ich würde es mir zumindest wünschen...

Erster Absatz
Schneller!
Blindlings hetzte Jens Kramer durch den Wald, hinter sich den gnadenlosen Jäger. Nie zuvor hatte er solche Todesangst empfunden wie in dieser kalten Winternacht. Verzweifelt rang er um Luft. Längst lag ein dumpfes Rauschen über seinen Ohren, dämpfte wie ein Wattebausch bis auf das Donnern seines Herzschlags alle Geräusche.

Antje Babendererde - Libellensommer

Erscheinungsjahr: 2006
Gelesen im August 2009

Das erste Mal sieht Jodie ihn an einer Tankstelle am Highway, der quer durch die kanadischen Wildnis führt. In seinem dunklen Blick liegt so viel Ablehnung, dass Jodie nicht wagt, ihn um eine Mitfahrgelegenheit zu bitten. Keinen Tag später ist das Mädchen mit Jay Muskalunge in den undurchdringlichen Wäldern unterwegs. Denn Jay hat Jodie aus den Händen eines zugreiflichen Trucker gerettet. Doch anstatt sie zurück in die Stadt zu bringen, nimmt der unzugängliche Junge sie mit auf eine Abenteuerreise, die Jodie nie mehr vergessen wird...

Jodie will ihren Eltern, die nach unzähligen Streitereien getrennt leben, einen Denkzettel verpassen, indem sie abhaut. Auf dem Weg zu einer Internet-Bekanntschaft läuft allerdings nicht alles so glatt, wie sie sich das vorgestellt hat. Beim Trampen gerät sie an einen zugreiflich werdenden Trucker, dem sie nur knapp und mit Jays widerwilliger Hilfe entkommt. Dieser will sie allerdings nicht zurück in die Stadt bringen, und so hat Jodie keine andere Wahl als ihm noch tiefer in den Wald zu folgen.

Dabei treffen nicht nur zwei kulturelle Welten aufeinander, sondern auch sehr verschiedene Figuren. Jodie, die unbesorgt vor sich hin plappert und auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist. Und Jay, reifer und ernster, mit einer ganz anderen Einstellung zur Natur. Das führt natürlich zu einigen Reibereien, aber mit der Zeit lernen sich die beiden besser kennen und es entwickelt sich eine besondere Beziehung zwischen ihnen.
Jodies Weiterentwicklung, ihre Gedanken und Gefühle dabei, wurden detailliert erläutert. Sie erweitert auf dieser Reise ihren Horizont, denkt viel nach und setzt sich mit einigen Dingen auseinander - auch mit sich selbst.

Die Beschreibungen der Natur und der Welt der Indianer haben mir gut gefallen, sie trugen zu der besondern Atmosphäre dieses Buches bei. Eine andere Kultur, die nicht beschönigt wird sondern auch den Kreislauf von Leben und Tod zeigt. Insgesamt eine spannende Geschichte, die mich völlig gefesselt hat - mit Momenten, die mir Ruhe gaben und mich gleichzeitig nachdenklich stimmten...


Erster Satz
Eigentlich hatte ich nichts gegen Indianer.

Louise Erdrich - Der Klang der Trommel

Erscheinungsjahr: 2005
Gelesen im Juli 2009

Es gibt Trommeln, die heilen, und Trommeln, die töten können. Sie werden eins mit dem Menschen, der sie hütet. Faye Travers hat zwar Indianerblut in den Adern, mit ihrer Herkunft verbindet sie aber nur noch ihre Begeisterung für indianische Antiquitäten. Bis sie auf eine wunderschöne alte Trommel stößt. Die Suche nach ihrem rechtmäßigen Besitzer führt Faye ins Indianerreservat und wird bald zu einer Entdeckungsreise in die Geschichte ihrer eigenen Familie.

Nach und nach wird das Schicksal von drei Ojibwa-Mädchen erzählt, die zu verschiedenen Zeiten gelebt haben, aber eins verbindet: Jede von ihnen war dazu bereit, ihr Leben für das ihrer Schwestern zu geben.
In dieser verschachtelten Geschichte verliert man manchmal den Überblick - ich hatte teilweise das Gefühl, irgendwo in der Luft zu hängen und das Ziel oder auch nur die grobe Richtung des Weges nicht zu ahnen.

Das Bindeglied zwischen den verschiedenen Schicksalen ist eine besondere Trommel, das zeigt sich aber erst später. Anfangs war ich etwas verwirrt von den Sprüngen in der Geschichte, und auch über die für mich manchmal zu detaillierten Beschreibungen der Vorgänge in der Nachbarschaft. Gut gefallen haben mir dafür die Schilderungen der alten Traditionen, und den speziellen Platz, den dort die Trommeln einnehmen - wie sie wahrgenommen und versorgt werden.

Es gibt auch ein paar wunderschöne poetische Betrachtungen, vor allem zu Raben, ebenso aber auch einige umgangssprachliche Sätze. Der Stil wirkt realistisch, mit kleinen mystischen Einsprengseln. Wie Traum und Wirklichkeit.
Nach dem ersten Drittel fesselte mich das Buch so richtig, und ich lernte die Lebenswege um Betrug, Schuld, Liebe und Vergeben detailliert kennen.

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Erster Satz
Als ich den Kinderfriedhof mit seinen schlichten handgeschriebenen Grabtafeln und den Lämmern und Engeln aus verwittertem Stein verlasse, bin ich in Gedanken und halte zu lange an der Stelle, wo die Straße vom Friedhof auf den zweispurigen Highway mündet.

Marie Brennan - Doppelgänger (Miryo und Mirage 1)

Erscheinungsjahr: 2006
Gelesen im Juli 2009

Wenn eine Hexe geboren wird, entsteht gleichzeitig ein Doppelgänger. Dieser muss getötet werden, damit die Hexe ihre Kräfte kontrollieren kann. Doch was ist, wenn ein Doppelgänger überlebt? In dieser Situation ist die angehende Hexe Miryo. Am Tag ihrer Aufnahmeprüfung muss sie erfahren, dass sie nicht alleine ist, dass sie einen Doppelgänger hat. Und dieser Doppelgänger ist Mirage, eine Kopfgeldjägerin, die die tödlichen Kampfkünste beherrscht und von ihnen lebt. So muss Miryo sich auf den Weg machen, um Mirage zu töten.

Der Einstieg in die gezeichnete Welt der Jäger und Hexen fällt aufgrund der Komplexität nicht ganz einfach. Vor allem bei den Hexen muss man die verschiedenen Bezeichnungen und Zusammenhänge erst einmal verinnerlichen. Beispielsweise ist ein Strahl einer der 5 Bereiche, die den Elementen entsprechen. Jeder Strahl teilt sich in drei Pfade auf - Hand (zuständig für die Ausführung der Aufgaben ihres Strahls) , Kopf (Forschung, Überwachung, Archivarbeiten) und Herz (Organisation und Administration).
Bei mir herrschte anfangs trotz eines tollen Glossars also ein wenig Verwirrung, die sich aber bald in Faszination für den Aufbau und die Struktur dieser Welt veränderte. Mit jeder Seite konnte ich mich da besser hineinfühlen, und war beeindruckt von der Ausarbeitung.

Es gibt zwei Erzählstränge - Miryo, die Hexenschülerin, und Mirage, die Jägerin. Manchmal wechselt die Erzählperspektive auch auf Eclipse, einen weiteren Jäger. Im Verlauf der Geschichte treffen diese drei liebevoll gezeichneten Figuren aufeinander, und werden auf die Probe und vor eine große Entscheidung gestellt. Der Leser erfährt Seite um Seite einiges über die Vergangenheit, Gedanken und Gefühle der "Zwillinge", außerdem auch Einzelheiten zu dem Doppelgänger-Ritual.

Die Geschichte liest sich flüssig und ist sehr spannend, auch weil die beiden Jäger damit beauftragt wurden, einen als Unfall getarnten Mord aufzuklären. Außerdem geht es um die verschiedenen Jägerschulen, Intrigen, Glaubensfragen, Geheimnisse, Macht, Elemente, Zauber, Verkleidungen - und um Basen, die Dienerinnen der Hexen. Besonders gut gefallen hat mir auch die Beschreibung von Miryos Prüfung, in der sie nach einem Frage-Teil in jedem Element (Feuer, Luft, Wasser, Erde und Garnichts) bestehen musste.


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Erster Satz
Regen prasselte unaufhörlich auf die Blätter der Bäume und klatschte von dort in dicken Tropfen auf die Erde.

Antje Babendererde - Der Gesang der Orcas

Erscheinungsjahr: 2003
Gelesen im Juli 2009

Die fünfzehnjährige Sofie und ihr Vater können den Tod der Mutter nur schwer verwinden und jeder trauert auf eigene, einsame Weise. Eine gemeinsame Reise an die Nordwestküste Amerikas soll beide einander wieder näher bringen. Aber Sofie verliebt sich in den sechzehnjährigen Makah-Indianer Javid und verbringt viel Zeit mit ihm, während ihr Vater seinem Beruf nachgeht und fotografiert.

Sofie und Javid haben ein Geheimnis: So oft es geht sind sie mit einem Schlauchboot auf dem Meer und besuchen eine kleine Orcagruppe, die sich vor der Küste aufhält. Als sie einmal von einem Sturm überrascht werden und eine Nacht in einer Fischerhütte verbringen müssen, kommt es beinahe zum Bruch zwischen Sofie und ihrem Vater.

Auf den ersten Seiten fühlte sich diese Geschichte für mich noch zu sehr nach einem Jugendbuch an, aber dieser Eindruck verflog schnell - womöglich auch Dank der einnehmenden Figuren sowie der schönen und abwechslungsreichen Atmosphäre. Die Hauptfigur stand mir schnell nah, und man spürt auf jeder Seite, was sie fühlt.

In diesem sensibel geschriebenen Roman verbinden sich viele Themen, beispielsweise geht es um Trauer, Liebe, verschiedene Kulturen, Erfahrungen und die Umwelt. Sofies Vater kapselt sich durch seine Art der Trauer völlig ein und teilt sie mit niemandem. Während des Aufenthalts in Neah Bay ändert sich das, und er lernt seine Tochter auf eine völlig andere Weise kennen. Neben der nicht immer einfachen Vater-Tochter-Beziehung geht es aber auch um die Zuneigung und entstehende Liebe zwischen Sofie und Javid. Und dann gibt es da natürlich noch die wunderbar beschriebenen Begegnungen mit den Orcas - die auch bei mir eine frühe und fast vergessene Leidenschaft waren, welche nun wiederbelebt wurde. Die Momente mit ihnen sind etwas besonderes und haben mich ziemlich beeindruckt.

Sehr gelungen fand ich auch die Darstellung der Schwierigkeiten eines Daseins zwischen alten Traditionen und einem modernen Leben. Beides findet sich in der Geschichte wieder, es gibt sowohl moderne Szenen als auch Momente, in denen von Bräuchen und Geistern berichtet wird. Gemeinsam mit Sofie taucht der Leser in das Leben der Makah-Indianer ein, und erfährt so auch geschichtliche Hintergründe.

Das Ende hinterlässt ein gutes Gefühl, bleibt aber doch etwas offen. Mir gefällt das, weil es zu der realistischen Art des Buches passt und man sich so auch seine Gedanken zur weiteren Entwicklung machen kann. Ein "kitschiger" Schluss hätte diesen Eindruck bei mir zerstört, aber so fesselte mich diese berührende Geschichte bis zur letzten Seite. Und natürlich freue ich mich nun schon auf das Lesen weiterer Bücher der Autorin...

Sehr schön und wunderbar passend fand ich auch das einleitende Zitat
von Peter Matthiessen:

Worte können das Unheimliche des Walgesangs nicht beschreiben;
über Jahrmillionen zu einer unübertrefflichen Reinheit gestimmt,
ein Klang, den die Menschen jeden Morgen hören sollten,
damit er sie an den Morgen der Schöpfung erinnert.

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Erster Satz
Die Knie ans Kinn gezogen und meine Arme fest darum geschlungen, hockte ich auf der blauen Holzbank, meinem Lieblingsplatz.

Antje Babendererde - Findet mich die Liebe? Oder: Der Wolfstraum

Erscheinungsjahr: 2009
Gelesen im Juli 2009

Leonie verbringt die Ferien zusammen mit ihrem Vater in einem ärmlichen Holzhaus am Fuße der Rocky Mountains, wo es nichts gibt als Berge und unendliche Grasmeere. Und Indianer natürlich. Darauf hat sie absolut keine Lust! Bis sie auf den geheimnisvollen Chas trifft - Chas, der so ganz anders ist als die Jungs, die Leonie kennt. Doch es scheint, als wolle der stolze Indianer absolut nichts von ihr wissen...

Der zweite (und wohl eigentliche) Titel "Der Wolfstraum" verrät schon einiges über diese Geschichte - denn neben der Beziehung zwischen Leonie und Chas geht es um eine ganz bestimmte Wölfin, die in Gefahr ist. Mir hat gefallen, dass sie dabei nie verharmlost oder gar verniedlicht wurde, sondern ein wildes Tier bleiben durfte.

Chas wirkt auf den ersten Blick sehr abweisend, gemeinsam mit Leonie entdecken wir aber die Gründe dafür - und den Zorn, der in ihm ist. Die Zerrissenheit der Indianer zwischen Tradition und einem "modernen" Leben wird deutlich, viele können nicht einmal mehr ihre alte Sprache. Dieses Thema wird nur oberflächlich angekratzt, und doch hat es mich zum Nachdenken gebracht. Denn muss man sich ohne das alte Wissen nicht wie entwurzelt fühlen?

Eine schöne Geschichte mit viel Potential, deren Ende der Leser weiterspinnen kann - denn es gibt kein typisches "Friede Freude Eierkuchen"-Happy-End. Es ist direkt schade, dass dies kein "richtiger" Roman wurde, dort hätten dann auch die Figuren ein wenig tiefer gezeichnet werden können. Dafür habe ich eine neue Autorin gefunden, von der ich sicher noch einiges lesen werde - an Auswahl mangelt es ja nicht. ;-)

Erster Satz
Ich begegnete Chas gleich an meinem ersten Abend in Montana.

Ulrich Burger (Hrsg.) - Höhlische Geschichten

Erscheinungsjahr: 2008
Gelesen im Juni 2009

Schon immer fasziniert uns das Unbekannte, das Dunkle geheimnisvolle Innere. Welten von denen wir träumen und die doch manchmal so realistisch erscheinen. Unendliche Tiefen, die Verborgenes niemals ans Licht gelangen lassen.

Geschichten und Gedichte die dies beschreiben.
Mythen, Sagen, Erlebtes?
Wir wissen es nicht.

In dieser höhlischen Anthologie versammeln sich elf Kurzgeschichten und vier Gedichte von 14 verschiedenen Autoren, ergänzt durch die passenden Illustrationen von Victoria Berger (die auch das Coverbild lieferte). Abgerundet wird der Band durch die Vorstellung der einzelnen Autoren und ein Schlusswort.

Mit den Gedichten konnte ich nicht viel anfangen, aber die Geschichten hielten einige Überraschungen für mich bereit. Sie waren sehr unterschiedlich, jede gut zu lesen, viele mit einer besonderen Atmosphäre - und einige weckten auch tolle Bilder und Gefühle in mir, die noch länger nachwirkten. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wieviel mir eine gute Kurzgeschichte geben kann, und wie lange ich mich noch an manche erinnere.

Ganz besonders gut gefallen haben mir "Hand in Hand in Dunkelheit und Licht" von Kerstin Neukirch, "Das Fest der Zwerge" von Markus Gregory Pärm, "Des Teufels Großmutter" von Carolin Arden, "Das Geheimnis von Ungava" von Ira Garlic und "Die Höhle der tausend Leidenschaften" von Vera Klee. Diese Beiträge haben mich besonders berührt, so unterschiedlich sie auch sind. Da geht es um Liebe, Magie, Gerechtigkeit, Machtgier und das Alter.
Meinen "Kaufgrund", die Geschichte von Christoph Marzi, fand ich zwar ganz nett - aber eben nicht mehr. Das Thema war nicht so ganz meins, auch wenn mir das Ende gefallen hat.


Ein erster Satz
Ein heftiges Gewitter tobte über dem Ende der Welt, als Mia Mamisa im Schloss des Zauberers eintraf.

Dennis L. McKiernan - Elfenzauber (Mithgar 4)

Erscheinungsjahr: 1995
Gelesen im Juni 2009

Tief in Mithgars Wäldern führt die geheimnisvolle Rasse der Elfen ein friedliches Dasein. Doch die Seherin Arin wird von schrecklichen Visionen gequält, die ihr immer wieder zeigen, wie die Heimat der Waldelfen von Krieg überzogen wird. Gemeinsam mit einigen Gefährten macht sie sich auf den Weg zur Zaubererfeste im Schwarzen Berg, wo sie erfährt, dass ein uraltes und mächtiges Artefakt verschwunden ist, das Tod und Vernichtung über ganz Mithgar bringen kann - der Drachenstein. Arin ist dazu ausersehen, einer uralten Prophezeiung zu folgen, um den Stein zu finden...

Ich hatte Schwierigkeiten, mich in der Welt von Mithgar zurechtzufinden - es gab einfach zu viele Namen, mit denen ich nichts anfangen konnte, und die auch nicht näher erläutert wurden. Da hätte ein Glossar sehr weitergeholfen, was hier aber leider komplett fehlt.
Vielleicht fällt einem das ja einfacher, wenn man die vorhergehenden Bände kennt (Elfenzauber ist immerhin der 4. Teil, auch wenn er "nur" mit Elfenkrieger eine zusammenhängende Geschichte bildet). Möglicherweise bekommt man in den ersten Teilen ja eine bessere Einführung...

Gut gefallen haben mir dafür die detaillierten Beschreibungen der Landschaft und die eingebauten Geschichten. Nach und nach erfährt man etwas über die Vergangenheit jeder Figur, die Arin begleitet. Leider bleibt Arin selbst dabei für mich recht blass, ich habe einfach keinen besonderen Zugang gefunden und entfernte mich mit der Zeit immer mehr von ihr. Dafür mag ich Aiko sehr, die junge Schwertkämpferin mit der inneren Tigerin, die sie bei Gefahr warnt.

Die Geschichte beginnt sehr ruhig, und in vielen Rückblenden muss erst einmal die Vorgeschichte erzählt werden. Wie es von der schrecklichen Vision zum Auftrag und zur Suche kam. Die vorhergesehenen Ereignisse können nur mit Hilfe dieses Rätsels verhindert werden:

Die Katze Die in Ungnade Fiel;
Einauge In Dunklem Wasser;
Den Deck-Pfau Des Wahnsinnigen Monarchen;
Das Frettchen Im Käfig Des Hochkönigs;
Den Verfluchten Bewahrer Des Glaubens Im Labyrinth;
Diese nimm mit,
Nicht mehr,
Nicht weniger,
Sonst wird es dir nicht gelingen,
Die Jadeseele zu finden.

Dazu gibt es natürlich die verschiedensten Auslegungen und Diskussionen, auch wenn mir manches offensichtlich erschien. Trotzdem gab es einige Überraschungen, und die Geschichte nimmt bei der Suche an Spannung zu, es passiert auch einfach viel mehr.
Allerdings wird man dann auch mittendrin fallen gelassen, und es gibt nur noch einen Verweis auf den zweiten Teil. Den ich nun natürlich lesen will, allein wegen dem Rätsel sowie Aiko und einer anderen interessanten Figur, die quasi auf den letzten Drücker noch aufgetaucht ist (und trotz der hässlichen Cover, die nichts mit der Geschichte zu tun haben).

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Erster Satz
Ein Blitz zuckte durch die Nacht, dessen greller Schein durch die schmalen Fenster drang.

Wendy K. Harris - Die fremde Schwester

Erscheinungsjahr: 2005
Gelesen im Juni 2009

Völlig überrascht erfährt die Kinderbuchautorin Jane Rampling, dass sie von einer ihr unbekannten Tante ein kleines Cottage auf der Isle of Wight geerbt hat. Als Jane auf der Insel nach weiteren Spuren ihrer Tante sucht, entdeckt sie zu ihrem Entzücken nicht nur weitere Familienangehörige: Sie stößt auch auf ein schreckliches Geheimnis, das vor mehr als 50 Jahren vier Freunde zu Feinden machte - und noch heute seine Spuren hinterlässt...

Was sich nach einer netten Urlaubslektüre mit eher leicht zu durchschauender Handlung anhörte, entpuppte sich als echte Überraschung mit Tiefgang.
Die ruhig erzählte Geschichte hat mich schnell gefesselt, und mit der Zeit entwickelte sich eine besondere Atmosphäre. Es gab da einige Geheimnisse, Leid und Grausamkeiten - aber auch Liebe, Freundschaft und einzigartige Menschen. Von dem tollen Cottage natürlich ganz zu schweigen...

Während Jane von ihrer verstorbenen Tante Lillian und der Erbschaft erfährt, erinnert sich Emmeline auf der Isle of Wight an die Ereignisse vor 50 Jahren. Dabei hilft ihr die Gegenwart der verstorbenen Lilly, sie erzählt in Rückblenden die Vergangenheit. Lillians Präsenz ist ein Teil der esoterischen Seite dieser Geschichte, ein anderer ist die stumme Marguerite - beispielsweise nimmt sie ihre Umwelt als bunte Schwaden wahr, und malt sie ebenfalls so.

Ein Thema ist auch das Akzeptieren von Menschen, die einfach nur etwas anders sind. Das brachte mich zum Nachdenken, denn wie oft werden Mitmenschen misstrauisch beobachtet oder gar beschimpft, nur weil sie nicht in das Bild der Gesellschaft passen - auch wenn sie dadurch niemandem schaden?

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Erster Absatz
Mein Vater. Fünfundachtzig Jahre und immer noch ein Heuchler. Er saß an seinem Rollschreibtisch, um sich wichtig zu machen, und versuchte wie immer, mir das Gefühl zu vermitteln, dass ich ihn bei etwas Bedeutsamem störte. Manchmal fragte ich mich, ob es ihm lieber wäre, wenn ich ihn mit Herr Doktor anredete statt mit Dad. Armer alter Mann. Er wirkte gebrechlich. Die schlaffe Haut unter seinen Augen und dem Kinn war von einer wächsernen Blässe, als seien Teile von ihm bereits gestorben.

Christoph Marzi - Heaven. Stadt der Feen

Erscheinungsjahr: 2009
Gelesen im Juli 2009

London - das ist seine Stadt. Und über den Dächern von London - dort hat David Pettyfer sein zweites Zuhause gefunden. Hier oben kann er den Schatten der Vergangenheit entfliehen. Bis er eines Tages auf ein Mädchen trifft, das alles in auf den Kopf stellt, an das er bisher geglaubt hat. Ihr Name ist Heaven. Sie ist wunderschön. Und sie behauptet, kein Herz mehr zu haben. Ehe David begreifen kann, worauf er sich einlässt, sind sie gemeinsam auf der Flucht. Und sie werden nur überleben, wenn sie Heavens Geheimnis lüften...

Es beginnt mit dem Lied "Chim Chim Cher-ee", das einst Dick van Dyke und Julie Andrews in "Mary Poppins" sangen. Diese Melodie, die ich zudem sehr mag, versetzte mich gleich in die passende Stimmung zu der Geschichte um Heaven und David - in der auch oft der schnellere Weg über die Dächer Londons genommen wird.

Musik begleitet uns durch das ganze Buch, ich traf sowohl auf alte Bekannte als auch auf unbekannte Namen, die meine Neugier herausforderten. Auch gab es wieder viele literarische Anspielungen: Autoren, Figuren, schweigende Bücher, Geschichten von bestimmten Titeln und ihren Lesern - und nicht zuletzt war da ein wunderbarer kleiner Buchladen namens "The Owl and the Pussycat", der von einer liebenswerten älteren Dame geführt wurde, die ich schnell in mein Herz geschlossen habe.

Nicht fehlen dürfen natürlich auch die für Christoph Marzi so typischen poetischen Sätze, und glücklicherweise gab es hier sehr viele davon. Einige davon berühren mich einfach nur tief und auf eine ganz besondere Weise, andere vermitteln mir wunderschöne Bilder - und manche bringen mich auch noch zum Nachdenken. Da geht es dann um Erwartungen, Abgründe und alte Fotografien, die jeder mit sich herum trägt.

In der Geschichte geht es um eine junge Liebe, Überleben, Flucht, Geheimnisse, Tote, Geister - und Dinge, die ich nicht erwähnen will, die mich aber sehr begeistert haben. Und die mit der hier dargestellten Entstehung von Feen eng zusammenhängen.
Dazu kommen noch die wirklich gelungenen Figuren, auch die Nebenfiguren standen mir sehr nah und werden mich sicher noch eine Weile begleiten.

Ich hoffe, man merkt wie begeistert ich von dem Buch bin - es hat mich nämlich rundherum glücklich gemacht. Und je weiter ich kam, desto intensiver wurde dieses Gefühl. Die besondere Atmosphäre hält bei mir auch noch an, und meine Gedanken schweifen manchmal ab - zu Dingen, die ihr selber erlesen müsst... ;)

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Erster Satz
Die Nacht, in der Heaven ihr Herz verlor, war mondlos und kalt.

Kai Meyer - Die Wellenläufer (Wellenläufer-Trilogie 1)

Erscheinungsjahr: 2003
Gelesen im Juni 2009

Ein magisches Beben erschüttert die Küsten der Karibik. In den Piratenhäfen werden Kinder mit einem besonderen Talent geboren: Sie können über Wasser gehen.
14 Jahre später glaubt Jolly, dass außer ihr keine Wellenläufer mehr leben. Bis sie Munk begegnet. Auch er geht auf dem Meer - und kann aus Muscheln einen uralten Zauber wirken. Beide erwartet ein finsteres Schicksal: Mitten im Atlantik dreht sich ein gewaltiger Mahlstrom, dessen Boten Verderben über die Inseln bringen - und Jagd auf die Wellenläufer machen. Nur Jolly und Munk können den Strudel zwischen den Welten schließen. Aber der Weg dorthin ist lang, gefahrvoll und wird ihre Freundschaft auf eine grausame Probe stellen.

Die besondere Atmosphäre der abenteuerlichen Piraten-Fantasy-Mischung vor karibischer Kulisse hat mich schnell gefangen genommen. Das Abtauchen in diese Welt fiel mir leicht, und umgeben von Inseln und dem Meer habe ich Jolly und Munk gerne auf ihrem Weg begleitet.
Dabei hat mich auch die Sichtweise der Wellenläufer auf das Meer fasziniert, es wird von ihnen ja ganz anders wahrgenommen. Eine ungewöhnliche Vorstellung, zu der ich trotzdem schnell einige Bilder und Gefühle in meinem Kopf hatte.

Für die Einführung der beiden Hauptfiguren wird sich Zeit gelassen - was für mich allerdings ein Vorteil war, da ich dadurch einen viel besseren Zugang zu ihnen bekam. Bei den Charakteren von Kai Meyer habe ich öfter mal das Problem, dass sie mir zu flach sind - aber hier kommen sie fast an die Figuren aus meiner Lieblingsreihe, der Merle-Trilogie, heran.

Man erlebt die Entwicklung der beiden Quappen mit, und versucht gemeinsam mit ihnen aus den Andeutungen des Geisterhändlers zum Mahlstrom schlau zu werden. Zudem bleibt offen, auf welcher Seite einige Figuren stehen - das macht die Geschichte umso spannender. Es gibt so einige interessante Nebenfiguren, die man hoffentlich in den folgenden Bänden noch besser kennenlernt.

Für mich fühlte sich diese Geschichte sehr stark nach einem ersten Teil an - viele Andeutungen, kleine Wissens-Schnipsel, eine bunt gewürfelte Gruppe und vor allem das Gefühl, dass nun Ereignisse in Gang gesetzt werden. An sich ja nichts schlechtes, eben nur ungewohnt.
Das Ende hat mich etwas traurig gemacht, da das weitere Schicksal meiner Lieblingsfigur ungewiss ist. Richtige Sorgen mache ich mir da allerdings nicht, schließlich war dieses ja erst der erste Teil. Trotzdem wäre es vielleicht besser, den Rest der Trilogie in Reichweite zu haben...

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Erster Satz
Mit weiten Schritten lief Jolly über den Ozean.

Kate Forsyth - Der Turm der Raben (Rhiannons Ride 1)

Erscheinungsjahr: 2004
Gelesen im Juni 2009

Rhiannon ist nicht wie die anderen Satyricorns, denn da ihr Vater ein Mensch war, sind ihr niemals Hörner gewachsen. Rhiannon ist eine Außenseiterin, und schon bald werden die anderen Satyricorns sie töten. Noch nicht einmal weglaufen kann sie, denn den geschwinden Jägern kann niemand entkommen. Doch dann sieht sie eines Tages eine Herde geflügelter Pferde am Himmel vorbeiziehen - und plötzlich weiß sie, was sie tun muss. Was Rhiannon allerdings nicht weiß, ist, wohin ihr Weg sie führen wird - und was er unterwegs alles für sie bereithält...

Der erste Teil der neuen Trilogie einer meiner Lieblingsautorinnen spielt in der Welt Eileanan, die ich bereits in der 9-teiligen Reihe "Der magische Schlüssel" lieben gelernt habe. Und schnell erlag ich wieder der faszinierenden Kombination aus vielen verschiedenen Wesen und diesem besonderen Stil von Kate Forsyth. Detailliert, ruhig und liebevoll beschreibt sie Eileanan und die Figuren, so dass ich mir über einen schweren Zugang oder fehlende Nähe keinerlei Sorgen machen muss.

Man trifft einige alte Bekannte, z.B. Lilanthe vom Walde (eine Baumtauscherin) und Nina die Nachtigall (eine Jongleurin und Zauberin), aber auch viele neue ebenso interessante Figuren. Zu Beginn geht es hauptsächlich um die ungewöhnliche Rhiannon, nach und nach spielen aber auch andere Charaktere eine Rolle. Durch Rhiannon lernen wir diese ihr fremde Welt kennen - ihre Bewohner, Denkweise und Geschichte. So wird auch das Wissen des Lesers um Maya die Verhexerin, die Hexenverfolgung und spätere Rebellion aufgefrischt.

Die Magie steckt nicht nur in den vielen verschiedenen Wesen, sondern auch in den Talenten der einzelnen Figuren. Damit ist hier ein besonders ausgeprägte Begabung gemeint, die aus der Verbindung der Kräfte einer Hexe mit den verschiedenen Elementen stammt. Es gibt da die unterschiedlichsten Möglichkeiten, beispielsweise das Singen oder die Bearbeitung von Holz.

In dieser bunten, lebendigen Geschichte gibt es viel Platz für die Entwicklung von Freundschaften - es kommt aber auch zu gefährlichen Momenten und einigen unheimlichen Szenen, die die Atmosphäre verdüstern.
Diese Mischung hat mir gut gefallen, und so ist dieses Buch nicht ganz überraschend ein absoluter Tipp (der einzige Nachteil ist, dass der zweite Teil erst im Dezember erscheint).

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Erster Satz
Das Mädchen kauerte auf dem Felsvorsprung und zog als Schutz gegen die Nachtkälte fest ihren Fellumhang und die Häute um sich.

J. R. R. Tolkien - Die Gefährten (Der Herr der Ringe 1)

Erscheinungsjahr: 1966
Gelesen im Juni 2009

Lange galt der Eine Ring als verloren. Doch nun erheben sich erneut die Schatten von Osten. Sauron erhielt Kunde, der Ring sei im Auenland, im Besitz eines gewissen Hobbits. Sauron schickt seine Schwarzen Reiter aus. Mit knapper Not und nur mit Hilfe des Zauberers Gandalf gelingt es Frodo und seinen Gefährten, zu entkommen. Doch das ist erst der Anfang des Abenteuers, das Frodo ins Reich der Elben führen soll und in die alte Zwergenstadt unter dem Berg, wo nun die Orks und der furchtbare Balrog hausen.

Mit dem von mir lange gefürchteten Stil hatte ich keinerlei Probleme, das Buch las sich für mich weder trocken noch nervten mich die detaillierten Beschreibungen (auch wenn ich auf die von Orten, wo nichts weiter passierte, gut hätte verzichten können).
Anders sah es da mit der aus- und abschweifenden Einführung aus, durch die ich mich regelrecht durchkämpfen musste. Fast wäre ich daran gescheitert, aber ich wollte eben unbedingt die Tolkien-Elben und auch den einen oder anderen Ort kennenlernen.

Während der Lektüre hatte ich oft das Gefühl, die Geschichte von jemand außenstehendem erzählt zu bekommen. Es ging darum, welche Figuren was taten - aber nur selten um die Gedanken und Gefühle der einzelnen Charaktere. Dadurch konnte ich zu den meisten Figuren auch keine Bindung aufbauen - Sam war da die große Ausnahme, und auch zu Aragorn hatte ich einen guten Zugang gefunden (Hilfe, ich mag Aragorn!). Besonders enttäuscht wurde ich dafür von Legolas, der auf mich wie ein blasser Außenseiter, kalt und lieblos gezeichnet wirkte (dabei hatte ich da schon nicht so viel erwartet). Und auch seine spätere Freundschaft zu Gimli, wo kam die denn auf einmal her?

Die vielen Namen aus den alten Geschichten und Liedern können leicht verwirren - um da durchzusteigen, muss man sich wohl intensiv damit beschäftigen. Die Geschichten fand ich allerdings meist schön und stimmungsvoll, vielleicht gerade wegen einiger Lücken geheimnisvoll und nicht ganz von dieser Welt. Die vielen Lieder waren nicht so meins, mir haben nur wenige gefallen.

Lothlorien war für mich ein ganz besonderer Ort, so magisch und gleichzeitig voller Wehmut. Dort schaltete sich bei mir auch wunderschönes Kopf-Kino ein, was bei dieser Geschichte leider eher Mangelware war - und nur noch Tom Bombadil geschafft hat.
Trotzdem vermochte mich das Buch nach dem ersten Drittel zu fesseln, aber hauptsächlich wegen der durch die vielen alten Geschichten märchenhaftem Atmosphäre und der Neugier auf beschriebene Orte sowie den Unterschieden im Vergleich zum Film.

So wirklich begeistert bin ich also nicht, was sicher an meinen ganz individuellen Erwartungen an ein gutes Buch liegt. Ich kann nachvollziehen, wenn es für einige Leser durch die sprachwissenschaftliche Inspiration und den "geschichtlichen" Hintergrund etwas ganz besonderes ist, oder auch wegen der vielen Legenden der alten Zeit. Für mich sind aber eben die Figuren am wichtigsten, ihre Hintergründe und Gefühle - und mein Bezug zu ihnen. Und die haben mich hier größtenteils enttäuscht - ich wünschte, Herr Tolkien hätte ihnen ein wenig mehr Details gegönnt...

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Erster Satz
Als Herr Bilbo Beutlin von Beutelsend ankündigte, daß er demnächst zur Feier seines einundelfzigsten Geburtstages ein besonders prächtiges Fest geben wolle, war des Geredes und der Aufregung in Hobbingen kein Ende.

Tobias O. Meißner - Der Mann, der nicht geboren wurde (Im Zeichen des Mammuts 5)

Erscheinungsjahr: 2009
Gelesen im Juni 2009

Der Kampf um die Rettung der sterbenden Welt geht weiter: Die Verschwörer des Mammuts werden von einem unsichtbaren Gegner verfolgt. Auch im heimatlichen Warchaim finden Rodraeg und seine Gefährten keine Ruhe. Ein Emblem, das neben einem ermordeten Stadtratssohn gefunden wird, weist auf das Mammut hin. Bei dem Versuch, den wahren Täter ausfindig zu machen, stoßen die Verschwörer immer wieder auf die Botschaft eines geheimnisvollen Geschöpfs. Wer ist dieser übermächtige Feind, der das Mammut offenbar mit allen Mitteln vernichten will?

Der wie ein Krimi aufgebaute 5. Teil der Mammut-Reihe spielt mit Wissen – der Leser weiß Dinge, die die Figuren noch nicht erfahren haben. Man fragt sich auch unweigerlich, was einzelne Figuren wissen – und wieviel sie davon nicht preisgeben.
Diesmal geht es nicht um einen Auftrag, sondern vielmehr um das Überleben des Mammuts an sich sowie der einzelnen Mitglieder.

Die Atmosphäre ist düster, bedrückend – und einige Ereignisse waren für mich nicht nur überraschend, sondern auch erschreckend. Zwischendurch gab es immer Momente, wo die Hoffnungslosigkeit stärker als meine eigentlich positive und lange hoffende Einstellung war. Eine Achterbahnfahrt, und weder der Beginn noch das Ende waren da eine Ausnahme.

Die Geschichte war allerdings auch so spannend und packend erzählt, dass meine Bedenken bezüglich meiner stark emotionalen Herangehensweise keine Chance hatten. Schließlich gab es nicht nur viele Entwicklungen, die verdaut werden wollten, sondern durch das ganze Buch zogen sich dank Rodraeg auch Gedanken an Hellas, die mich jedes mal zum Weinen brachten.

Die vielen sinnvollen DMDNGW-Kreationen brachten mich oft zum Nachdenken, nicht nur die Anzahl sondern auch die abwechslungsreichen Ansätze fand ich beeindruckend. Irgendwann hat mich das dann wieder angesteckt, so dass mir noch einige neue Kombinationen einfielen. Sehr einnehmend, diese Spielerei mit Wörtern und ihrer möglichen Bedeutung...

Am letzten Morgen seines Lebens fühlte Eljazokad sich so gut wie schon lange nicht mehr.

Susan Power - Die Grastänzer

Erscheinungsjahr: 1994
Gelesen im Juni 2009

Ein geheimnisvoller Zauber umgibt die Liebe des Siouxpaares Red Dress und Ghost Horse. Seit ihrem Tod vor vielen Jahren versuchen ihre Geister verzweifelt, wieder zueinanderzufinden. Keiner ihrer Nachfahren kann sich der magischen Gewalt dieser Liebe entziehen: Unablässig werden sie vom Schicksal ihrer Ahnen verfolgt - und auf rätselhafte Weise immer wieder zusammengeführt...

In "Die Grastänzer" werden viele Geschichten erzählt, die sich miteinander verbinden und so zu einem bunten Teppich voller Emotionen werden. Die einzelnen Kapitel sind dabei nicht chronologisch angeordnet, die immer angegebene Jahreszahl erleichtert aber die Zuordnung (und ich musste nur am Anfang zur Orientierung mal zurück blättern).

Die Erzählperspektive wechselt auch innerhalb eines Kapitels oft - dies empfand ich aber nicht als störend, sondern mehr als Ergänzung und Erweiterung der Eindrücke. Die vielen verschiedenen Figuren lernt man nach und nach besser kennen, ebenso werden mit der Zeit die Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichten deutlich. Was mich anfangs etwas verwirrt hat, lernte ich schnell zu schätzen.

Trotz der vielen Personen standen mir fast alle nah. Die Autorin schaffte es immer wieder, mit nur wenigen Sätzen bei mir eine Verbindung herzustellen und Bilder heraufzubeschwören. Die Figuren durchleben die verschiedensten Emotionen, es gibt so einige tragische Ereignisse aber auch sehr schöne Momente. Es geht um unsterbliche Liebe, Treue, Eifersucht, Hass - aber auch um Geister, Träume und Powwows.

Mir haben auch die ruhige Erzählweise und das Spirituelle an dem Buch gefallen. Ganz zu schweigen von den vielen kleinen Infos über die Kultur, mit denen der Roman förmlich gespickt ist - und die meine Neugier geweckt haben. Diese liebevoll erzählte, magische und besondere Geschichte hat viel zu lange auf meinem SuB geschlummert und wirkt sicher noch eine Weile nach...

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Erster Satz
Wenn Harley seinen Vater Calvin Wind Soldier und seinen Bruder Duane im Traum sah, trugen sie Kronen aus Glas.

Jon Fosse - Das ist Alise

Erscheinungsjahr: 2003
Gelesen im Juni 2009

In einem Haus an einem Fjord liegt Signe, eine alte Frau, auf einer Bank und sieht sich selbst als junge Frau durch die Räume gehen. Sie sieht sich am Fenster stehen und auf das Wasser blicken. Sie sieht ihren Mann Asle, den es in seinem kleinen Boot immer wieder auf den Fjord hinauszog, bis er eines Tages nicht zurückkehrte. In dem alten Haus, das erfüllt ist von den Stimmen seiner ehemaligen Bewohner, traumwandelt Signe durch die Vergangenheit und begegnet den vorangegangenen Generationen der Familie - bis zurück zu Asles Ururgrossmutter Alise, die in der Nacht am Ufer ein Feuer hütet. Denn schon damals hatte es einen gegeben, der nie mehr vom Fjord zurückkam...

Die Novelle wirkt wie "in einem Atem" erzählt, vor allem weil auf Punkte komplett verzichtet wurde. Für mich verwirrend und gewöhnungsbedürftig, genauso wie die fehlenden Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede.
Damit hätte ich jedoch noch leben können, nicht jedoch mit den monotonen Gedankenschleifen, in denen ein Gedanke mehrfach leicht abgewandelt und wiederholt wird - ein Kreislauf der nervenden Langeweile!

Diese Geschichte über das Verlassenwerden hatte sicher seine packenden Momente, aber sie waren nur kurz - und vor allem da, wenn aus Asles Sicht erzählt wurde. Sobald die einsam nachsinnende Signe an der Reihe war, begann für mich die Qual. Die Gedanken, die nie müde wurden sich im Kreis zu drehen, und das immer betonte "sich selbst sehen" haben mich vergrault.

Wäre die Seitenanzahl nicht so gering gewesen, hätte ich das Buch sicher schnell abgebrochen. So hilft nur schnellstmögliche Verdrängung...

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Die ersten 10 Zeilen
Ich sehe Signe auf der Bank liegen dort in der Stube und sie blickt auf all das Altgewohne, den alten Tisch, den Ofen, die Holzkise, die alte Wandvertäfelung, das große Fenster zum Fjord hin, sie blickt darauf, ohne es zu sehen, und alles ist wie immer, nichts ist verändert, trotzdem ist alles anders, denkt sie, denn seit er verschwunden und nie wiedergekommen ist, ist nichts mehr, wie es war, sie ist einfach hier, ohne hier zu sein, die Tage kommen, die Tage gehen, die Nächte kommen, die Nächte gehen und sie folgt mit ihren langsamen Bewegungen,

Christoph Marzi - Du glaubst doch an Feen, oder? Oder: Tagundnachtgleiche

Erscheinungsjahr: 2009
Gelesen im Juni 2009

Philippa verbringt ein paar Ferientage auf Mount Desert Island. In den schattigen Küstenwäldern trifft sie den geheimnisvollen Fox - und verliebt sich in ihn. Bei der Suche nach seiner Vergangenheit stößt sie auf eine uralte Sage: die Geschichte der Lady Nightingale. Um Fox aus den Händen der grausamen Feenkönigin zu retten, muss Philippa bis zur Tagundnachtgleiche waren. Als die Herbstnacht gekommen ist, macht sie sich auf den Weg in die Wälder am Mount Nightingale...

Diese auf 103 kleinformatigen Seiten erzählte Geschichte um Liebe auf den ersten Blick und eine einsame Fee konnte mich trotz der Kürze fesseln. Schnell fühlte ich mich der Hauptfigur Pippa nah, die durch die Trennung ihrer Eltern aufgewühlt und voller Echos ihrer Streitereien ist.

Im typischen Marzi-Stil, der geprägt ist von kurzen Sätzen und poetischen Beschreibungen, wird wieder eine besondere Atmosphäre aufgebaut. Dinge, die verarbeitet werden wollen, werden verdrängt von Dingen, die einfach so passieren. Es geht um verletzende Worte, verloren gegangenes, um alte und neue Geschichten, Erinnerungen und Gefühle.

Das Ende hat mich überrascht, war es doch ein wenig anders als die mir bekannte "übliche" Lösung. Ich war geschockt, aber diese Entwicklung passt irgendwie auch zum Rest der berührenden Geschichte und trägt noch zu der besonderen Stimmung bei. Sehr gefallen hat mir auch die Verbindung zwischen dem ersten und letztem Satz - eine Andeutung, deren Geschichte erzählt wird, um diese dann zu vertiefen.

Und es besteht noch Hoffnung, sowohl für Pippa als auch für eine Fortsetzung - denn Christoph Marzi arbeitet an einer Rückkehr nach Mount Desert Island.

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Erster Satz
Manchmal muss man die Dinge, die man finden will, erst einmal verlieren.

Bernhard Hennen - Elfenwinter

Erscheinungsjahr: 2006
(wieder) Gelesen im Mai 2009

Von ihrem jubelnden Volk umgeben zieht die ebenso schöne wie kühle Königin der Elfen, Emerelle, zum sagenhaften Fest der Lichter, bei dem die Fürsten aller Elfenstämme Albenmarks ihre Macht bestätigen sollen. Doch unter der glitzernden Oberfläche der Feierlichkeiten schwelen Unzufriedenheit und Machtgier. Zwei Mordanschläge hat die Elfenkönigin nur durch eine glückliche Fügung des Schicksals überlebt. Dennoch versucht Ollowain, der Kommandant ihrer Leibwache, die Herrscherin vergeblich davon abzuhalten, an dem Fest teilzunehmen. Ollowain hegt den Verdacht, dass der Auftraggeber für den Mord unter den Elfenfürsten selbst zu finden ist...

Nach 3 Jahren habe ich "Elfenwinter" noch einmal gelesen, vor allem um meine leider etwas verblassende Lieblingsfigur wieder etwas aufzufrischen. An einiges konnte ich mich (sicher auch wegen einiger notierter Zitate) noch gut erinnern - aber wieviel war meinem Gedächtnis, das manchmal eben doch eher einem Sieb gleicht, wohl entfallen?

Einige Nebendarsteller aus "Die Elfen" wurden hier zu Hauptfiguren, die man nach und nach besser kennenlernt. Es gibt viele Details und Hintergründe, die einem den Zugang zu ihnen erleichtern. Dabei werden Andeutungen sowohl weiter ausgeführt als auch offen gelassen.
Allerdings haben mich die offenen Fragen nicht mehr so sehr gestört, auch wenn sie nicht weniger geworden sind. Manche sind zwar weggefallen, dafür kamen jedoch andere dazu.

Diesmal droht die Gefahr sowohl von außen als auch von innen. Intrigen um Macht und Rache sowie die Trollkriege lassen einen nur selten zur Ruhe kommen, sei es in Albenmark oder im Fjordland. Es gibt auch ein paar brutale Szenen, am schlimmsten waren da für mich die Foltermethoden einer Trollschamanin.
Die Trolle wirken natürlich bedrohlich mit ihrer Kraft und dem Hass, der sie antreibt. Aber mit der Zeit kann man manche Dinge nachvollziehen - einer von ihnen wurde mir schließlich auch ziemlich sympathisch.

Als Ausgleich zu den Kämpfen empfand ich die wunderschönen Beschreibungen der Landschaften und Orte. Außerdem gab es auch immer ruhigere Momente der Freundschaft und Zuneigung, die bei mir für Hoffnung sorgten.
Und dann war da natürlich noch Ollowain, auf den ich mich von der ersten Seite an konzentrieren konnte. Trotz aller Tragik war ich wieder fasziniert davon, wie wir ihn Schicht um Schicht kennenlernen durften. Und mich hat es wieder voll erwischt, mein Plan ist also aufgegangen.

Abgesehen davon waren mir manche Zusammenhänge auch bewusster, und zu Alfadas hatte ich einen viel besseren Zugang - und konnte so auch die Beziehung zu seinem Ziehvater mehr genießen.
Einige Dinge hatte ich aber wirklich vergessen, so dass es auch beim zweiten Lesen Überraschungen für mich gab. Und einige kleine Details, an denen ich mich erfreuen konnte - und die nun meine Sammlung von Ollowain-Zitaten ergänzen...

Erster Satz
"Sie werden versuchen, die Königin zu töten."


Herzlich Willkommen in meiner fantastischen Bücherwelt - ich freue mich, dass du den Weg hierher gefunden hast, und hoffe, dass es dir hier gefällt.

Auf meinem Lesetisch stapeln sich:
Susanne Gerdom - Elbenzorn
Yasmine Galenorn - Die Hexe
Tolkiens Geschöpfe

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Über mich

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Als lesende Weltenwandlerin bewege ich mich bevorzugt in fantastischen und historischen Welten. Ich bin eher der emotionale Leser und mag es, wenn ich in Figuren so richtig eintauchen kann. Manche bleiben dann noch etwas länger bei mir oder entwickeln sich gar zu dauerhaften Gästen.

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Marny Leifers
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