In Somnia entdecken wir zusammen mit Scarlet einige CDs in Jakes Wohnung. Erwähnt wurden folgende Musiker:
Rufus Wainwright
Grey Gardens
Neil Hannon
The Divine Comedy - our mutual friend
Yamit Mamo
I couldn't love you more
Melanie Pappenheim
Doomsday
AaRON
your turn
Buchmusik: Christoph Marzi - Somnia
Labels: Buchmusik
Gästebuch
Da hier ein Gästebuch ja schon vermisst wurde, meine Suche aber nicht zufriedenstellend verlief, gibt es nun eine etwas andere Lösung:
Dieser Post ist mein Gästebuch.
Ich würde mich freuen, wenn ihr die Kommentar-Funktion nutzt, um etwas zum Blog allgemein zu schreiben oder einfach nur ein kurzes Feedback zu hinterlassen.
Labels: ** Gästebuch
Meine Buchregal-Wand
So sieht sie also aus, meine Buchregal-Wand!
(Für mehr Details einfach auf das Bild klicken...)
Über die Hälfte des Platzes belegt übrigens die Fantasy-Ecke.
Oder sollte ich vielleicht Bibliothek sagen? ;-)
Labels: Meine Lesewelt
Ja, ist denn schon März?
Nachdem ich im Literaturschock-Forum erfahren habe, dass "Elfenlied" von Bernhard Hennen bereits im Februar den März eingeläutet hat, musste ich natürlich schnellstmöglich meinen SuB aufstocken. :o)
Bei all der Vorfreude können 2 Tage ganz schön lang werden - aber gestern war es dann endlich soweit! Natürlich musste ich erstmal den ersten Satz lesen:
Ich bin Ollowain.Drei Wörter nur, und doch zauberten sie mir ein Lächeln aufs Gesicht. Ein guter Anfang! Und es wurde noch besser - bei den Elfen-Fotos taucht ER gleich dreimal auf, und Fenryl wurde auch abgelichtet. Da kann es mit der Vorfreude auf den Bildband, der im Herbst erscheinen soll, ja schonmal losgehen...
Labels: SuB-Zuwachs
Kai Meyer - Loreley
Erscheinungsjahr: 1998
Gelesen im Februar 2009
Anno domini 1320. Zwei Mädchen wachsen in einer Burg am Rheinufer zu jungen Frauen heran. Die burschikose Ailis geht beim Burgschmied in die Lehre, Fee ist die verwöhnte Nichte des Grafen. Von Kind an sind die beiden unzertrennlich - bis Ailis das schreckliche Geheimnis der Grafenfamilie entdeckt. Auf einer Klippe, hoch über dem Rhein, hält Graf Wilhelm ein kleines Mädchen in einem vergitterten Felsschacht gefangen. Ailis gerät in den Bann des sonderbaren Kindes. Fasziniert lässt sie sich von den magischen Gesängen der Kleinen betören, verliert darüber ihre Familie und ihre Freunde. Doch schließlich ist es Fee, die das Kind befreit - und dadurch unsagbaren Schrecken heraufbeschwört. Denn im Körper des Mädchens lauert eine Kreatur so alt wie die Welt, die nur darauf wartet, Verdammnis über das Land am Rhein zu bringen. Mit Hilfe eines Trupps skurriler Spielleute stellt Ailis sich zum Kampf gegen das furchtbare Wesen - und gegen ihre Freundin Fee, die dem Geist des Loreleyfelsens längst verfallen ist...
Die Loreley kannte ich bisher als Nixe, die sich mit einem goldenen Kamm ihr blondes Haar kämmt, und durch ihrem Gesang die Rheinschiffer so ablenkt, dass dessen Schiffe an dem Felsen zerschellen. Hier ist sie etwas anderes, uraltes - ursprünglich die Wächterin eines Tores zwischen der Menschenwelt und Titanias Reich Faerie, der Welt der Feen.
In dieser Geschichte herrscht eine unheimliche Grundstimmung, die sich nach einem eher ruhigen Beginn von Seite zu Seite steigert. War es anfangs noch ein angenehmes mystisch-schauriges Kribbeln, so gab es später auch einige Szenen, die mir eine Gänsehaut verpasst haben. Der Schreibstil und die besondere Atmosphäre haben mich schnell gefesselt, so dass ich einfach in jeder freien Minute in diese Welt eintauchen musste.
Die beiden Hauptfiguren Ailis und Fee wurden vielversprechend eingeführt, ich konnte schnell einen Bezug zu ihnen aufbauen. Allerdings hätte ich mir mehr Details zu ihrer Freundschaft gewünscht, oft habe ich da keine besondere Nähe gespürt. Gerade weil diese so wichtig für die weitere Entwicklung ist und sich für mich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, fand ich die etwas oberflächliche und blasse Darstellung unbefriedigend.
Dafür fand ich die Beschreibungen rund um die Spielleute bunt und lebendig. Mir hat auch gefallen, wie Ailis diese Leute nach und nach besser kennen lernt und mehr als das ungewöhnliche Erscheinungsbild sieht. Überhaupt haben mir hier viele Außenseiter gefallen - so gut, dass ich gern mehr über sie erfahren hätte, z.B. auch über Fees Tante.
Das Ende kam mir im ersten Moment etwas überstürzt und abrupt vor. Plötzlich war die letzte Seite da, und es gab keinen Hinweis darauf, was einige Figuren nun weiterhin tun werden. So kann man aber auch die eigene Phantasie spielen lassen und sich ein Ende nach dem Ende ausdenken.
Unbedingt lesen sollte man dann aber noch das Nachwort des Autors, in dem auf historische Eckdaten und die Entwicklung der Sage der Loreley eingegangen wird.
Die letzten Januar-Zugänge
Natürlich bin ich im Januar noch mal schwach geworden, dabei sah es lange gut aus. Die letzten Tage haben mir allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nette Shirts abseits von schwarz, dunkelblau und weiß habe ich für die Arbeit auch nicht gefunden. Also baue ich lieber meine Fantasy-Bibliothek weiter aus. :o)
- Nathaniel Hawthorne - Unheimliche Erzählungen
Gut, nicht wirklich Fantasy. Und auch noch recht abseits von meinen Lesevorlieben. Aber eine der Geschichten wurde in Somnia (Christoph Marzi) erwähnt. Und als neugierige Leserin möchte ich natürlich wissen, was genau Mortimer Rima vorgelesen hat. ;-) - Marie Brennan - Doppelgänger
Musste lange auf meiner Wunschliste ausharren, aber nun war es soweit. Schließlich hatte ich bei Thalius bereits den zweiten Teil erspäht. - Jenny-Mai Nuyen - Nijura. Das Erbe der Elfenkrone
Das Hörbuch dazu habe ich letztes Jahr gehört, und weil ich recht angetan davon war, wollte ich seitdem etwas von der Autorin lesen. Rabenmond hörte sich auch sehr verlockend an, aber da warte ich lieber auf das Taschenbuch. Also doch Nijura, bin schon gespannt wie sich die Beschreibungen des Elfendorfs lesen... - Kai Meyer - Die Muschelmagier
Der zweite Teil der Wellenläufer-Trilogie in der schönen Taschenbuch-Ausgabe.
Labels: SuB-Zuwachs
Holger Wolandt (Hrsg.) - Elche am Fjord. Die schönsten norwegischen Wintergeschichten
Erscheinungsjahr: 2007
Gelesen im Januar 2009
Schneemänner und winterliche Skiausflüge, unvermutete Begegnungen und ein völlig überraschender Silvesteranruf – all das finden Sie in dieser Zusammenstellung der schönsten und hintergründigsten Wintergeschichten aus Norwegen. Viele bekannte Namen sind enthalten: von Karin Fossum und Jo Nesbø über Jan Kjærstad und Morten Harry Olsen bis zu Klassikern wie Knut Hamsun und Jonas Lie. Sie alle entführen den Leser in die geheimnisvollste Zeit des Jahres im hohen Norden.
Die in diesem Buch versammelten 24 Geschichten lassen sich leicht lesen, so wirklich fesseln konnte mich allerdings noch nicht einmal die Hälfte. Es sind größtenteils auch keine "kuscheligen" Beiträge, wie man aufgrund des Untertitels erwarten könnte. Untreue, Unfälle, Selbstmord und Tod begegnen einem dort öfter. Vereinzelt aber auch stimmungsvolle weihnachtliche Szenen. Es gab auch Momente, in denen ich die Gedankengänge einiger Personen nicht so ganz nachvollziehen konnte - bei mir blieb dann ein merkwürdiges Gefühl zurück. Manch ein Ende kam mir auch zu abrupt, und ich hätte mir noch ein paar Sätze mehr gewünscht. Vielleicht ist all das aber auch eine Besonderheit bei den norwegischen (oder womöglich auch skandinavischen) Autoren.
Gut gefallen haben mir die Naturbeschreibungen, die oft kalt und winterlich sowie voller Einsamkeit waren. Glücklicherweise gab es auch einige Kurzgeschichten, die etwas besonderes waren und mich für eine Weile an einen anderen Ort geführt haben. "Die Erde ruft" von Jonas Lie, "Die lange Skitour" von Kåre Holt und "Neujahrswalzer" von Jo Nesbø haben mich da am meisten beeindruckt und die Zeit vergessen lassen. Der Anteil an guten und nicht besonders fesselnden Geschichten hält sich ungefähr die Waage, was bei Anthologien ja keine Seltenheit ist...
Labels: 2009 , Anthologie , Norwegen
Leonie Swann - Glennkill
Erscheinungsjahr: 2005
Gelesen im Januar 2009
Eines Morgens liegt der Schäfer George Glenn leblos im irischen Gras, ein Spaten ragt aus seiner Brust. Die Schafe von George sind entsetzt: Wer kann den alten Schäfer umgebracht haben? Und warum? Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, beginnt sich für den Fall zu interessieren. Glücklicherweise hat George den Schafen vorgelesen, und so trifft sie das kriminalistische Problem nicht ganz unvorbereitet. Trotz vieler Missverständnisse kommen sie der Menschenwelt mit ihrer Schafslogik nach und nach auf die Schliche und verfolgen unerbittlich die Spur des Täters. Zwischen Weide und Dorfkirche, Steilklippen und Schäferwagen warten ungeahnte Abenteuer auf Miss Maple und ihre Herde – bis es ihnen tatsächlich gelingt, Licht ins Dunkel zu bringen und den rätselhaften Tod ihres Schäfers aufzuklären…
In diesem Schafskrimi geht es hauptsächlich um die Schafe und weniger um den Fall an sich. Wir lernen die Schafe von George Glenn kennen, von denen jedes einen individuellen Charakter hat. Unter ihnen gibt es z.B. besonders kluge, wollige, philosophische, schnelle oder geheimnisvolle Tiere. Bei all diesen Vorzügen werden sie jedoch nie vermenschlicht, sie bleiben immer sie selbst.
Im Vordergrund steht daher auch die Welt dieser Schafe. Wie sie ihre Umgebung, sich selbst und die Menschen sehen. Ihre Ansichten und die ganz eigene Art von Logik haben mich öfter zum Grinsen gebracht. Sie beschließen herauszufinden, wer ihren Schäfer umgebracht hat - nicht ohne vorher zu diskutieren, ob Georg ein guter Schäfer war. Gerechtigkeit! Das ist gar nicht so einfach, schließlich können sie nur zuhören und beobachten. Zwar hatte ihr Schäfer ihnen unter anderem auch einen Krimi vorgelesen, aber leider mittendrin abgebrochen - er bevorzugte da eindeutig diese Pamela-Romane...
Der Stil hat mir gut gefallen, vieles wird warmherzig und mit einem Augenzwinkern erzählt. Viel Wert wird auch auf die Gerüche und Gesten der Menschen gelegt. Es geht sehr gemächlich zu, so wirklich spannend wird es selten. Und doch hatte ich in manchen Szenen etwas Angst um einzelne Schafe, vor allem um Mopple the Whale und Othello. Um den Fall zu lösen, muss die Herde Dinge tun, die nicht zu einem normalen Schafsleben gehören. Dinge, die Mut und Kraft erfordern. Wirklich rätselhaft ist der Georg-Fall allerdings nicht, dann schon eher Melmoths Gedankengänge und Vergangenheit...
Besonders gefallen haben mir:
- Miss Maple, das klügste Schaf von Glennkill und womöglich der ganzen Welt.
- Mopple the Whale, das immer hungrige Gedächtnisschaf.
- Othello, ein geheimnisvoller Vierhornwidder.
- Zora, die gern auf ihrem Platz nah bei den Klippen philosophiert.
bei Amazon bestellenErster und zweiter Absatz
"Gestern war er noch gesund", sagte Maude. Ihre Ohren zuckten nervös.
"Das sagt gar nichts" entgegnete Sir Ritchfield, der älteste Widder der Herde, "er ist ja nicht an einer Krankheit gestorben. Spaten sind keine Krankheit."
Labels: 2009 , Tierbücher
Christoph Marzi - Somnia (Die uralte Metropole 4)
Erscheinungsjahr: 2008
Gelesen im Januar 2009
Es geschehen seltsame Dinge in New York. Als Scarlet Hawthorne ohne jede Erinnerung an ihr bisheriges Leben in einer eisigen Winternacht im Central Park auftaucht, spürt sie, dass ihr etwas Schreckliches widerfahren ist. Doch bevor sie Hilfe suchen kann, tauchen schneesturmgeborene Werwolfkreaturen auf und jagen sie durch die Nacht. Nur dem beherzten Eingreifen von Anthea Atwood verdankt sie ihr Leben. Die liebenswürdige alte Dame war nicht zufällig da - sie weiß, dass in der Vergangenheit des Mädchens der Schlüssel zu einem dunklen Rätsel liegt, das New York in Atem hält...
Der Einstieg in den vierten Teil der Reihe um die uralten Metropolen beginnt gleich mit einem Rätsel. Was ist Scarlet zugestoßen? Und wie sah ihr bisheriges Leben aus? Zumindest bezüglich der zweiten Frage wissen die Leser des Kurzgeschichtenbandes "Nimmermehr" mehr, denn dort gibt es auch eine Geschichte über Scarlets Leben vor den Ereignissen in Somnia. Was für mich jedoch weder ein Vor- noch ein Nachteil ist.
Anfangs musste ich mich erstmal an die andere Erzählperspektive gewöhnen. Gewohnheitsmäßig habe ich sie mit Wittgenstein verbunden, hier ist es jedoch Anthea Atwood. Man merkt den Unterschied, aber da war ich scheinbar erst einmal ein Gewohnheitstier. Anthea ist anders als Wittgenstein, und das ist auch gut so. Eine Kopie von ihm hätte mir nicht gefallen, auch wenn ich seinen Humor sehr vermisst habe. Anthea stand für mich auch nicht so stark im Mittelpunkt, trotzdem ist sie mir mit der Zeit ans Herz gewachsen. Sie war da, aber eben mehr unterstützend und als Führerin in die uralte Metropole.
Die Atmosphäre ist gewohnt mystisch-rätselhaft und voller Puzzleteile, die zusammengefügt werden wollen. Nichts ist, wie es zu sein scheint. Und mit jeder Seite gibt es neue Verknüpfungen, Möglichkeiten und Spekulationen. Die eingebauten Geschichten haben mir auch wieder sehr gefallen - erstaunlich, auf was man alles in der uralten Metropole stößt. Zwei Orte haben es mir besonders angetan, ich hatte sie dank der fantasievollen Beschreibungen klar vor Augen und besuche sie zwischendurch immer mal wieder.
Zu der typischen Stimmung dieser Reihe gehören ja auch die kurzen Sätze. Hier stoßen wir sowohl auf Bekanntes, das eine Erinnerung an Wittgenstein heraufbeschwört, als auch auf Neues. Und als Kontrast dazu gibt es wieder diese wunderbaren poetischen Beschreibungen, die ich wirklich liebe und mir diesmal sogar aufgeschrieben habe.
Wir begegnen auch einigen bekannten Figuren, allerdings tauchen diese nur kurz und am Rande auf. Selbst bei Wittgenstein ist das nicht anders, auch wenn ich die wenigen Momente mit ihm ziemlich emotional empfand.
Besonders zum Ende hin gab es einige Überraschungen, sie traten dort fast schon geballt auf und ich kam beim Lesen kaum mit dem Denken hinterher. Manchmal war ich direkt sprachlos und "musste" die letzten Zeilen noch einmal lesen. Auf ein Ereignis bin ich auch ordentlich reingefallen und war auf eine Person sogar so sauer, dass ich eine kleine Lesepause brauchte. Obwohl es so extrem spannend war! So war das...
Erster Satz
Die Welt ist wie Wasser, scharlachrot und sanft gefärbt mit hellem Himmel.
Zitate: Leonie Swann - Glennkill
"Gestern war er noch gesund", sagt Maude. Ihre Ohren zuckten nervös.
"Das sagt gar nichts", entgegnete Sir Ritchfield, der älteste Widder der Herde, "er ist ja nicht an einer Krankheit gestorben. Spaten sind keine Krankheit."
“Er hat unsere Arbeit nicht geschätzt. Die norwegischen Schafe machen es besser! Die norwegischen Schafe haben mehr Wolle! Er hat sich Pullover von fremden Schafen aus Norwegen schicken lassen – eine Schande, welcher andere Schäfer hätte seine Herde so gekränkt!”
Es war ein wunderschöner Morgen. Nachts waren Feen über das Gras getanzt und hatten Tausende von Wasserperlen zurückgelassen.
Der Legende nach waren diese Wolken Schafe, die eines Tages einfach über die Klippe hinausgewandert waren, auserwählte Schafe, die am Himmel weiterweideten und niemals geschoren wurden. In jedem Fall waren sie ein gutes Zeichen.
Vorher war ihm alles ganz einfach vorgekommen, aber jetzt stach ihn ein spitzes Stück Holz in die Flanke, und Mopple hatte schreckliche Angst, sich zu verletzen und auszulaufen wie Sir Ritchfield. Die Schafe waren sich einig, dass Sir Ritchfield irgendwo ein Loch haben musste, aus dem seine Erinnerungen ins Nichts versickerten.
Jetzt war die Panik ganz nah. Mopple spürte sie in seinem Nacken wie ein Raubtier, und dass er sich nicht nach ihr umdrehen konnte, machte die Sache nur schlimmer. Er würde auslaufen, schlimmer als Sir Ritchfield, er würde alles vergessen, sogar, dass er aus diesem Loch herauswollte. Und dann würde er ewig hier festsitzen und erbärmlich verhungern. Verhungern – er, Mopple the Whale!
Aber im Allgemeinen fühlte er sich im Nebel geborgen. Er stellte sich vor, durch die federleichte Wolle eines riesigen Schafs zu marschieren, und das war ein schöner Gedanke.
Mopple liebte Nebelgras, das klar schmeckte wie Wasser und von dem alle störenden Gerüche abgewaschen waren.
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Zitate: Christoph Marzi - Somnia
Die Welt ist wie Wasser, scharlachrot und sanft gefärbt mit hellem Himmel. Und manchmal sind die Träume, die sich tief in den vergessenen Liedern unserer Kindheit verbergen, wie die Pfade in den tiefen Wäldern, von jenem schweren Dunkel, das allein zu betreten man sich scheut, weil was dort schlummert, nur selten ist, was man zu finden hofft.
Sie war niemand, der sich in den Tiefen der Erde wohlfühlte. Nein, sie war ein Kind der Natur, so viel war klar. Sie spürte es, mit jeder, aber wirklich jeder Faser ihres Körpers. Wie auch immer ihr Leben ausgesehen haben mochte, sie hatte die Natur geliebt, das Leben unter freiem Himmel, das Gefühl von Gras und Wasser und Sonnenschein auf der Haut.
Magie ist das, was wir tief in uns spüren, wenn wir lächeln.
Ein Herz aus Stein zu haben, sagte der Löwe, ist besser, als gar kein Herz zu haben.
Eine Bibliothek bringt Antworten, sagte Lady Lenox. Bücher sind eine gar mächtige Waffe.
Die wenigsten Menschen sehen so aus wie die Menschen, die sie wirklich sind.
Dinge, die verloren gehen, wollen meistens wiedergefunden werden.
Das Gefühl, dass es gut war, bei ihm zu sein, bestürmte sie einfach so, wie Gefühle es manchmal eben tun, in unpassenden Momenten zu so unpassenden Zeiten.
Sie mochte diese alten Geschichten. Die Wahrheiten darin konnte man riechen wie den leichten Duft eines Gewürzes, der in der Luft schwebte.
Viele alte Geschichten sind wahr, andere nicht. So ist es schon immer gewesen, so wird es immer sein.
Es roch nach Papier und Gilb und brüchigem Leder und gebeiztem Holz und der wohligen Wärme der Gedanken so vieler Leser.
Die Erinnerungen sind wie das Wasser, scharlachrot, durchwebt mit bunten Steinen. Und manchmal sind es bitterste Furcht und tiefste Wehmut, die sich im einst vergessenen Wissen verbargen und einem schier das Herz zerreißen, da selbst die eigenen Gefühle nun andere sind als noch Augenblicke zuvor.
Manchmal zeigt einem das Leben seltsame Pfade auf. Man weiß nicht, wo sie hinführen. Man betrachtet einfach nur das Laub auf dem erdigen Waldboden und entscheidet sich dann für den Weg, der unbetreten aussieht.
Der Himmel ist manchmal wie Wasser, ganz scharlachrot und voller Träume, die wie Bruchstücke eines schon vor langer Zeit verlorenen Paradieses zwischen den Wolken schweben.
Manchmal ist das Leben voller Überraschungen, und zuweilen erweisen sich die Dinge, an die man glaubt, als Lug und Trug.
Mortimer Wittgenstein zuckt die Achseln. “Fragen Sie nicht mich.” Er stockt, weil er merkt, wie förmlich und distanziert die Anrede klingt. Er verbessert sich trotzdem nicht.
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Zitate: Bernhard Hennen - Elfenwinter
Ollowains Blick wanderte zu den Türmen, um die nun geisterhafte Lichter spielten. Er mochte Vahan Calyd nicht. Es hieß, die Alben hätten an diesem verwunschenem Ort einst ihre ersten Kinder erschaffen. Hier, wo der Wald und das Meer in riesigen Mangrovensümpfen ineinander übergingen, sodass es keine Küstenlinie gab, hier, wo Grenzen nicht mehr galten, schien alles möglich zu sein.
Ollowain musste an seine Mutter denken. Während eines Festmahls in der Himmelshalle von Phylangan hatte sie plötzlich das Glas in ihrer Hand zerbrochen, einen Blütenkelch aus rotem Bergkristall. Er hatte ihr gegenüber gesessen. Sieben Jahre alt war er gewesen. Er erinnerte sich noch an das Blut auf dem weißen Kleid seiner Mutter und an ihren Blick. Ihre wunderschönen grünen Augen, voller Angst. Und dann hatte sie sich den langen Stängel des Kristallglases durchs Auge tief in den Schädel gestoßen.
Ollowain ergab sich dem Schicksal. Wenn er Emerelle retten wollte, dann musste er Lyndwyn vertrauen.
Ollowain, der beste Fechter Albenmarks, hatte ihn ausgebildet. So vieles war der Elf im Lauf der Jahre für ihn gewesen - Ziehvater, Lehrer und Freund. Den meisten bei Hof war der Schwertmeister unnahbar erschienen. Eine lebende Legende, der weiße Ritter von der Shalyn Falah. Er hatte sich ganz dem einen Ziel verschrieben, ein vollkommener Schwertkämpfer und Krieger zu sein. Und er war so weit auf diesem Weg gegangen, dass kein Elf gegen ihn bestehen konnte.
Dann befahl Emerelle ihrem Schwertmeister, die Trolle in den Abgrund zu stürzen. Doch der ehrenhafte Ollowain, der bisher nie gezögert hatte, einem Befehl seiner Herrin zu folgen, verweigerte sich ihr.
Er senkte seinen Blick nicht, doch er verschloss sein Herz vor dem, was er sah. Lyndwyn hatte etwas an sich, das ihn tief berührte und seine Gefühle verwirrte. Sie wusste, wie es war, sich einer Idee zu opfern. Die Vollkommenheit anzustreben. Alle anderen zu überflügeln.
Er spürte den festen Stein durch die weiche Sohle seiner Stiefel. Glatt, rutschig war er. Und doch war diese Brücke nicht so tückisch wie die wirkliche Shalyn Falah. Es gab kein Sprühwasser, das den Stein benetzte. Keine böigen Winde, die an den Kleidern zerrten.
"Du wirst jetzt aufstehen. Und sieh mir weiter in die Augen! Findest du nicht, dass "grün"eine unangemessene Beschreibung ist? Was für ein Grün ist es? Sieh genauer hin."
Ollowain erhob sich. Er hielt Lyndwyn mit seinem Blick gefangen. Zögerlich richtete sich die Magierin auf.
"Deine Augen haben die Farbe von Moos, wie man es auf den Steinen des versiegelten Albensterns nahe der Shalyn Falah findet. Deine Iris ist eingefasst von einem dünnen, schwarzen Rand. Das Grün ist nicht ebenmäßig. Feine Lichter und Schatten durchziehen es."
Ollowain ging langsam rückwärts. Lyndwyn folgte ihm mit unsicheren Schritten. Er hielt nun ihre beiden Hände. Er musste in ihr Antlitz sehen, damit sie ihren Blick nicht abwendete. Unter ihnen ging es mehr als zweihundert Schritt in die Tiefe.
Ollowains Blick wanderte über die Waldterrassen. Er könnte hier Stunden sitzen, ohne des Schauens müde zu werden. Der Anblick der Natur vermag die Seele zu heilen, hatte ihm seine Mutter vor Jahrhunderten erzählt. Damals war er zu ungeduldig gewesen, um sich dieser Wahrheit zu öffnen. Und er war auch zu jung gewesen, um an einer verletzten Seele zu leiden. Erst die Zeit hatte ihn von der Weisheit in den Worten seiner Mutter überzeugt.
Ollowain hob eine Braue – eine Geste, die er einst wochenlang eingeübt hatte, um alle Stimmungen zwischen herablassender Verwunderung und kaum beherrschtem Ärger ausdrücken zu können.
Kein anderes Elfenvolk war so stolz auf seine magischen Kräfte wie die Normirga. Und weil jene, denen diese Gabe nicht geschenkt war, kaum einen Weg aus den Felsenburgen fanden, lernten die übrigen Albenkinder meist nur mächtige Zauberer aus dem Volk des Nordens kennen. Auch stammte die bedeutendste aller Zauberweberinnen, Emerelle, von den Normirga. Dass Ollowain es gelungen war, aus dieser Tyrannei auszubrechen, war vielen seines Volkes unliebsam. Ollowain erinnerte sich, dass auch er die Gabe geerbt hatte. Doch am Tag des Todes seiner Mutter war seine Zauberkraft verloschen. Manchmal dachte der Schwertmeister, dass vielleicht nur der Wille, sich dieser Mächte zu bedienen, in ihm gestorben war.
Für den Fürsten war er noch immer ein Junge. Aller Ruhm vermochte den Makel nicht aufzuheben, der ihm anhaftete. Was dies anging, waren die Gesetze der Normirga klar und gnadenlos. Wer nicht in der Lage war, sich aus eigener Kraft und völlig mühelos gegen die eisige Kälte des Landes zu schützen, der galt als Kind. Ganz gleich, wie alt er war und was er geleistet hatte.
Was ich sehe, wenn ich dort hinausblicke, ist der Sieg der Ästhetik über die Ethik. Ich sehe einen Hinrichtungsplatz, der zum landschaftsgestaltenden Mittel wurde.
Träumte er noch? Ollowain sah sich unsicher um. Die weiße Kammer war wie für ihn geschaffen. Zu vollkommen, um Wirklichkeit zu sein? Obwohl... Landoran wusste vielleicht noch, mit welcher Besessenheit er als Kind die Farbe Weiß verehrt hatte. Eine Zeit lang wollte er sogar nur weiße Nahrung zu sich nehmen.
Durch das Gitterwerk nasser, schwarzer Haarsträhnen sahen ihn lindgrüne Augen mit goldenen Sprenkeln an. Lyndwyns Augen!
“Das war der einzige Weg”, sagte sie leise. “Wir wären uns nie näher als auf der Brücke gekommen, als wir einander in die Augen sahen. Dein Verstand hätte dein Herz zum Schweigen gebracht.”
“So kindisch es ist... Nachdem du wirklich so warst, wie ich es mir immer vorgestellt hatte, wollte ich dir gefallen. Um jeden Preis. Ich wollte die deine sein.”
In seinem Herzen fühlte er, dass sie ihn nicht betrogen hatte. Landoran wusste, wo sie war. Sie hatte sich auf irgendeinen törichten Handel mit seinem Vater eingelassen, damit er ihr half, ihn zu verführen.
Lyndwyn hatte Recht gehabt. Er hätte sie niemals zu sich gelassen. Sie hatte ihm die Augen verbinden müssen, damit er der Stimme seines Herzens folgen konnte. Was für ein Narr war er doch gewesen!
Und tatsächlich war es so, dass es half, von Lyndwyn zu reden. Er fühle das, was jenseits aller Täuschungen wahrhaftig war. Und er fühlte einen Schmerz, den er nicht in Worte zu fassen vermochte. “Ich versuche, sie zu vergessen, aber... Sie hat mein Herz berührt. Ich...”
Mit Lyndwyn in den Armen durchquerte er den steinernen Wald. Der Boden vibrierte jetzt stärker. Feiner Staub rieselte vom Goldgeäst der Deckenbögen. Ollowain küsste sie und flüsterte Liebesschwüre, doch sie erwachte ebenso wenig wie Emerelle.
Unvergessen bleibt Ollowain, der Wächter der Shalyn Falah. Er war stets dort, wo man das Lied der Klingen sang. Seine kühlen Scherze gaben jenen Kraft, die scheinbar endlos Wacht hielten.
Du bist gekommen, um mich aus dem Feuer zu holen, mein weißer Ritter. Nun werde ich dich retten.
Unser Fest neigte sich schon seinem Ende zu, als eine bleiche Gestalt unter dem Torbogen zur Silbernen Halle erschien. Ollowain, den wir alle für tot gehalten hatten, war zurückgekehrt. Doch er hatte auch nicht mehr viel von einem Lebenden an sich. Das Haar weiß von Frost. Die Augen tief in dunkle Höhlen eingesunken, trug er statt seines Umhangs eine schmutzige Wolldecke über den Schultern.
"Du weißt, dass ich den Tod nicht fürchte", sagte Ollowain traurig. "Aber ein Feldherr, der seine Schlachtreihen mit Hoffnungen statt mit Kriegern füllt, der macht mir in der Tat Angst. Dennoch werde ich morgen bei dir sein, mein Freund. Wenn du schon nicht auf dich achtest, dann muss ich es tun."
Die Maurawan hatten Asla und Kadlin nicht finden können. Und es gab keine besseren Fährtensucher als sie. Aber sein Freund würde mit dem Herzen suchen. Wenn es einen gab, der vielleicht noch etwas finden mochte, was den Maurawan entgangen war, dann war er es!
Du wirst keine Gewissheit finden, Alfadas. Ich bin für dich in dieses Tal geritten, um als dein Freund deine Zweifel zu besiegen. Doch ich bin gescheitert. Aber in der Ungewissheit liegt auch Freiheit, wenn du stark bist. Du kannst dir selbst aussuchen, was du glauben willst.
Wunder geschehen nicht einfach, Alfadas. Sie werden gemacht. Und wem schadest du, wenn du diesen Helm mit seiner verwunschenen Geschichte zu deiner Krone machst? Sei großzügig! Schenke deinen künftigen Untertanen ein Wunder, das ihnen Kraft gibt in dieser schweren Zeit!
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Die ersten Neuzugänge in 2009
Das neue Jahr ist fast schon wieder 3 Wochen alt, da wird es Zeit für die Vorstellung der ersten Neuzugänge! :o)
Gewonnen bei www.leserunden.de:
- Christoph Marzi - Somnia
(Es geht weiter mit der uralten Metropole... Fragen Sie nicht! Oder doch besser: Gute Frage!)
- Monika Felten - Die Königin der Schwerter
(Wurde mir im LS-Forum schmackhaft gemacht, obwohl ich wegen der auftauchenden Affenskulptur erst die Finger von lassen wollte.)
- Susanna Clarke - Jonathan Strange & Mr. Norrell
(Steht schon ewig auf meiner Wunschliste, und bei dem Preis musste es einfach mit. Auch wenn ich lieber die weiße Ausgabe gehabt hätte...) - Manfred Böckl - Die letzte Königin der Kelten
(Ebenfalls ein Wunschlisten-Buch. Und Kelten! Noch Fragen?) - Bernhard von Muecklich - Die letzten Tage der Kelten
(Noch ein Kelten-Buch, da kann ich doch schlecht nein sagen.)
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Zitate: Bernhard Hennen - Elfenlicht
Die Herrschaft der Elfen würde in dieser Nacht enden. Doch wenigstens er würde an ihrer Seite sein! Dort, wo immer schon sein Platz gewesen war, wenn es galt, mit dem Schwerte für Albenmark einzutreten.
Obwohl Ollowain die Burg schon hunderte Male gesehen hatte, berührte ihr Anblick ihn stets aufs Neue. Es war ein Gefühl, wie es sonst nur Musik in ihm erwecken konnte, das traurige Lied einer Flöte vielleicht oder melancholisches Harfenspiel. Ein Schmerz, der sich nicht in Worte fassen ließ, süß und durchdringend.
Ollowain lächelte. Der Tod hatte keinen Schrecken für ihn. Im Gegenteil: Diesen letzten großen Kampf zu fechten, war die Bestimmung seiner Seele. Danach würde der Zyklus aus Tod und Wiedergeburt durchbrochen sein. Er würde ins Mondlicht gehen, um wieder mit Lyndwyn vereint zu sein. Er fühlte sich leicht. Es gab keine Zukunft mehr, die ihn bedrücken konnte.
Ollowain dachte an Lyndwyn. Sie hatte ihn verändert. Ihm einen Teil seines Panzers geraubt, hinter dem er allzu lange seine Gefühle versteckt hatte.
Der Schwertmeister hob die Klinge zum Fechtergruß und küsste den Stahl. Er würde niemanden mehr töten.
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Bernhard Hennens Elfen-Glossar in der Nautilus Nr. 58
In der Januar-Ausgabe der Nautilus, dem Magazin für Kino, Fantasy & SF und Adventure-Games, ist als besonderer Leckerbissen das offizielle Lexikon zu Bernhard Hennens Elfen-Zyklus erschienen.
In den bisher erschienenen sechs Büchern wurden in ca. 1.000 Jahren elfischer Geschichte und 18 Menschengenerationen ungefähr 450 Figuren vorgestellt. In diesem Glossar finden sich die vom Autor zusammengestellten wichtigsten Namen, Orte und Begriffe - ergänzt um drei Karten zur Welt der Elfen (die Halbinsel Valloncour, Albenmark, Fjordland).
Dazu gibt es eine kleine Einführung sowie eine Vorausschau auf 2009 - wir können uns dieses Jahr nicht nur auf "Elfenlied" und "Elfenkönigin" freuen, auch der Foto-Bildband soll erscheinen.
Und dann gab es noch einen kleinen Satz, der mir ein breites Lächeln entlockte:
Weitere Romane folgen.
Labels: Fundstücke



